Slowenien hat sich seit 2020 zunehmend auf den Kauf von Erneuerbaren-Energie-Zertifikaten aus anderen Staaten konzentriert. Der Zweck dieser Strategie ist es, die EU-Limits für den Anteil erneuerbarer Energien am nationalen Gesamtenergieverbrauch nicht nur zu erreichen, sondern zu übertreffen. Dies gewährt Slowenien den Zugang zu verschiedenen Fördermitteln, die für den Ausbau der erneuerbaren Energien von Bedeutung sind. Laut Oekonews gab die slowenische Regierung zwischen 2020 und 2024 rund 20 Millionen Euro für diese Zertifikate aus.

Im Jahr 2022 lag der Preis für die Zertifikate überraschend über den Produktionskosten von Photovoltaik-Strom aus neu installierten Anlagen. Während letztes Jahr nur 1,19 GWh an Zertifikaten nachgekauft wurden – was der Gesamtstrommenge einer 1 MW großen Photovoltaikanlage entspricht – stellt sich die Frage, ob dieser Ansatz langfristig sinnvoll ist. Mit dem investierten Betrag von 20 Millionen Euro hätten statt der Zertifikate auch 20 MW Photovoltaikanlagen installiert werden können. Dies wäre eine nachhaltigere Investition zur zukünftigen Vermeidung des Kaufes von Zertifikaten.

Erneuerbare Energien in Slowenien

Die slowenische Energieversorgung basiert stark auf Atomenergie, was Slowenien zu einem der führenden Länder mit dem höchsten prozentualen Verbrauch von Atomstrom weltweit macht. Diese Statistiken zeigen eine klare Abhängigkeit von klassischen Energiequellen neben den Erneuerbaren, die im Jahr 2021 etwa 23,4 Prozent des Gesamtverbrauchs ausmachten. Die Daten stammen aus der „Emissions Database for Global Atmospheric Research“ (EDGAR) und wurden von weiteren Institutionen wie dem Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union und der IRENA ergänzt, wie laenderdaten.info berichtet.

Generell handelt es sich bei den Erneuerbaren Energien um eine Mischung aus Wind- und Sonnenenergie, Biomasse sowie Erdwärme. Wasserkraft zählt ebenfalls teilweise zu diesen Quellen, wobei Staudämme oft Mischformen erzeugen. Die theoretischen Produktionskapazitäten für elektrische Energie in Slowenien sind unter Idealbedingungen ermittelt, doch die praktische Erzeugung liegt meist unter diesen Werten, da Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen nicht kontinuierlich unter Volllast laufen können.

Zusammenfassung der Energiepolitik

Die slowenische Regierung steht vor der Herausforderung, ihre Energiepolitik zu reformieren und die Investitionen in erneuerbare Energien zu erhöhen. Der aktuelle Trend zum Kauf von Erneuerbaren-Energie-Zertifikaten könnte sich als weniger nachhaltig herausstellen, wenn nicht gleichzeitig in die Infrastruktur für erneuerbare Energien investiert wird. Die Europäischen Statistiken und Analysen bieten dabei wichtige Perspektiven und Informationen über die Entwicklungen im Energiebereich in Europa, worauf auch die Webseite von Eurostat hinweist.

In Anbetracht der hohen Investitionen und der eingeschränkten Erzeugungskapazitäten könnte Slowenien seine Strategie überdenken und direktere Maßnahmen zur Förderung der heimischen erneuerbaren Energiequellen in Erwägung ziehen. dies könnte nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern langfristig auch ökonomisch vorteilhafter.