Künstliche Intelligenz: Wo endet die Realität und wo beginnt die Fälschung?
Künstliche Intelligenz revolutioniert unseren Alltag, birgt jedoch Risiken. Experten fordern Strategien zur sicheren Nutzung und Nachhaltigkeit.

Künstliche Intelligenz: Wo endet die Realität und wo beginnt die Fälschung?
Im digitalen Zeitalter wird es zunehmend herausfordernd, zwischen echten und durch Künstliche Intelligenz (KI) generierten Inhalten zu unterscheiden. Professor Christian Timmerer von der Universität Klagenfurt warnt, dass die Grenzen zwischen authentischer menschlicher Kommunikation und automatisierten Agenten jedoch zusehends verschwimmen. Diese Entwicklung hat weitreichende gesellschaftliche und politische Implikationen, wie dolomitenstadt.at berichtet. Die Universität Klagenfurt bereitet sich auf diese Herausforderungen vor, indem sie KI zu einem festen Bestandteil ihres Lehr- und Forschungsangebots macht. So findet derzeit die Konferenz „Visual Communications and Image Processing“ (VCIP) in Klagenfurt statt, die sich intensiv mit der Thematik der Bild- und Videomanipulation durch KI beschäftigt.
Die zunehmende Verbreitung von digitalen Inhalten, die durch KI erstellt werden, könnte insbesondere die Kreativbranche unter Druck setzen. Digitale Schauspieler, die ohne menschliches Eingreifen und ohne Entlohnung fungieren, könnten traditionelle Jobs und kreative Berufe gefährden. Timmerer hebt auch die Risiken von Deepfakes und manipulierten Medien hervor, die potenziell großen Schaden verursachen können.
Die ökologischen Herausforderungen der KI
Während die gesellschaftlichen Auswirkungen von KI diskutiert werden, wächst auch der Energieverbrauch, der mit der Nutzung dieser Technologien einhergeht. Laut tagesschau.de wird der Energieverbrauch von Rechenzentren in Europa für KI-Anwendungen bis 2030 voraussichtlich auf über 150 Terawattstunden ansteigen. Dies entspricht fast einer Verdopplung des derzeitigen Wertes und würde rund fünf Prozent des gesamten europäischen Stromverbrauchs ausmachen. Der Großteil dieser Energie stammt derzeit noch aus fossilen Brennstoffen, trotz Bestrebungen großer Anbieter wie Amazon und Google, erneuerbare Energien zu nutzen.
Die steigende Stromnachfrage hat nicht nur Auswirkungen auf den Energieverbrauch, sondern auch auf die Treibhausgasemissionen. Im vergangenen Jahr stieg Googles CO2-Ausstoß um 13 Prozent auf über 14,3 Millionen Tonnen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Unternehmen zunehmend auf Kernenergie zur Deckung ihres Energiebedarfs, wie etwa Google, das mit Kairos Power einen Vertrag über kleine modulare Atomreaktoren abgeschlossen hat.
Effizienz und politische Rahmenbedingungen
Die Frage der Energieeffizienz ist in diesem Kontext von zentraler Bedeutung. Der Rechenaufwand für das Training von KI-Modellen verdoppelt sich alle fünf Monate, während die Nutzerzahlen von Anwendungen wie ChatGPT stark ansteigen. Greenpeace weist auf das Jevons-Paradox hin, das besagt, dass technischer Fortschritt oft zu einer erhöhten Nutzung von Ressourcen führt, und fordert klare politische Rahmenbedingungen für die Nutzung von KI. Der Greenpeace-Report empfiehlt, dass die Digitalisierung nicht auf Kosten des Klimas gehen darf.
Ein weiterer Punkt, den Timmerer anspricht, ist die Notwendigkeit von Transparenz in Bezug auf den Energieverbrauch von KI-Anfragen. Er plädiert für klare gesetzliche Regelungen und internationale Zusammenarbeit, um künftige Entwicklungen im Bereich KI nachhaltig zu gestalten und die Glaubwürdigkeit digitaler Inhalte zu sichern.