Gerade zum Jahreswechsel hat das Parlament Maßnahmen beschlossen, die weitreichende Auswirkungen auf Raucher haben werden. Ab Februar 2026 dürfen sich Verbraucher auf deutlich steigende Zigarettenpreise einstellen. So wird eine beliebte Zigarettenmarke bereits ab 7 Euro pro Packung erhältlich sein. Die schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer betrifft allerdings nicht nur Zigaretten, sondern gleichfalls Nikotinbeutel und E-Liquids, die erstmals steuerlich erfasst werden. Vor diesem Hintergrund kritisieren einige Politiker die Regelungen als unzureichend. FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak bezeichnete das Gesetz als „Husch-Pfusch-Regelung“, während Ralph Schallmeiner von den Grünen von einem „Niederknien vor der Nikotin-Lobby“ sprach, wie 5min berichtet.
Wie die Hersteller die neuen Preisänderungen umsetzen, wird noch beobachtet. Einige Marken haben bereits angekündigt, ihre Preise anzupassen. So wird Camel um 30 Cent auf 6,80 Euro teurer, während Marlboro (Rot) auf 7 Euro steigt. Auch die Preisanpassungen für andere Marken, wie Chesterfield und Philip Morris, sind im Gespräch. Diese steigenden Preise könnten die Kaufentscheidungen der Verbraucher nachhaltig beeinflussen.
Regulierung und neue Plattformen
Ein weiteres zentrales Element der neuen Gesetzgebung ist die Einführung eines Lizenzsystems für E-Liquids. Ab Ende 2028 dürfen Hanfblüten und Nikotinpouches nur noch in Trafiken verkauft werden, was auf strenger werdende Regeln im Handel hindeutet. Diese Maßnahmen sollen nicht nur den regulären Markt schützen, sondern auch dazu beitragen, den illegalen Handel zu minimieren, der bereits heute massive Ausmaße erreicht hat.
Die Entwicklung auf dem deutschen Markt zeigt, dass der Zigarettenabsatz stabil bleibt, trotz der angekündigten Steuererhöhungen. Im Jahr 2025 wurden etwa 66 Milliarden Zigaretten verkauft, was ähnlich wie im Vorjahr ist. Laut BVTE könnte sich dieser Trend fortsetzen, auch wenn die Kunden aufgrund bevorstehender Preiserhöhungen über 22 % mehr E-Zigaretten-Liquids bestellt haben. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass der Zigarettenkonsum in Deutschland in den letzten 25 Jahren halbiert wurde und insgesamt rückläufig bleibt.
Europäische Perspektiven und Herausforderungen
Auf europäischer Ebene plant die EU-Kommission bereits bedeutende Erhöhungen der Tabaksteuern ab 2028, die zu weiteren Preissteigerungen führen dürften. Für Zigaretten wird ein Mindeststeuersatz von 215 Euro pro 1.000 Zigaretten gefordert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Raucheranteil in der EU bis 2040 auf 5 % zu senken. Doch der bevorstehende Preisanstieg könnte nicht nur den regulären Handel negativ beeinflussen, sondern auch den illegalen Handel ankurbeln, der in Deutschland bereits 20 % der konsumierten Zigaretten ausmacht, wie Tagesschau berichtet.
Gesundheitsexperten unterstützen zwar höhere Preise zur Senkung des Tabakkonsums, jedoch warnen sie auch vor möglichen negativen Folgen für den Markt. Jan Mücke vom BVTE betont, dass ein Preisschock Raucher möglicherweise in den illegalen Handel treiben könnte, was bereits in anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich der Fall ist, wo der Anteil an unversteuerten Zigaretten über 40 % liegt. Angesichts dieser Entwicklungen müssen sowohl Gesetzgeber als auch Hersteller eine Balance finden, um die beabsichtigten gesundheitspolitischen Ziele zu erreichen, ohne den Schwarzmarkt weiter zu fördern.