In Thailand kam es zu einem tragischen Vorfall, bei dem eine Familie fälschlicherweise einen vermeintlich toten Verwandten beerdigte. Laut kurier.at wurde der 48-jährige Sengkham, Bruder von Phawinee Wisetpan, nach einem schweren Unfall für tot erklärt. Die Identifikation der Leiche, die aufgrund des Unfalls stark entstellt war, gestaltete sich als äußerst schwierig, sodass eine genaue Bestätigung der Identität nicht möglich war.

Die Beerdigung fand am 9. Jänner 2026 in Chiang Rai statt. Am 23. Jänner jedoch erschienen die Ereignisse in einem überraschenden Licht: Sengkham stand lebend vor der Tür seiner Schwester. Die Verwirrung um seine Identität wurde von Rettungshelfer Sorawit Photikul aufgeklärt, der darauf hinwies, dass die Abhängigkeit von offiziellen Dokumenten bei der Identifizierung von Leichnamen zu der tragischen Verwechslung geführt hatte.

Die Exhumierung und ihre Folgen

Am 24. Jänner wurde die „falsche“ Leiche exhumiert, nur um festzustellen, dass es sich um einen Kollegen von Sengkham handelte. Unklar bleibt, warum der Verstorbene den Ausweis von Sengkham bei sich trug und welche genauen Umstände zu diesem bedauerlichen Zwischenfall führten.

Solche tragischen Vorfälle sind nicht nur menschlich bedrückend, sie werfen auch wichtige rechtliche Fragen auf. In Thailand müssen Personen, die die Rechte oder körperliche Unversehrtheit anderer vorsätzlich oder fahrlässig verletzen, mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen. Entschädigungen sind sowohl bei thailändischen Bürgern als auch bei Ausländern möglich. Dies regelt das thailändische Zivil- und Handelsgesetzbuch, das auch bei Personenschäden Anwendung findet, wie auf juslaws.com erläutert wird.

Rechtliche Aspekte und Erbausschlagung

In solchen tragischen Kontexten können auch erbrechtliche Fragen auftreten. Angehörige, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen konfrontiert sind, könnten sich beispielsweise fragen, wie sie vermeiden können, überraschenden finanziellen Verpflichtungen aus dem Erbe gegenüberzustehen. Auf frag-einen-anwalt.de wird deutlich, dass eine Erbausschlagung nach deutschem Recht möglich ist, um Verpflichtungen zu vermeiden. Die Ausschlagung muss fristgerecht beim Nachlassgericht in Deutschland erklärt werden, was insbesondere bei Erbfällen mit Auslandsbezug von Bedeutung ist.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Thailand beinhalten, dass die Zustimmung zur Durchführung einer Obduktion nicht zwingend notwendig ist, was für Angehörige von Bedeutung sein kann. Obwohl die Gesetze über unerlaubte Handlungen den Einzelnen in Thailand schützen, bleibt die Einhaltung dieser Rechtsvorschriften für Ausländer oft komplex. Daher kann es ratsam sein, in solchen Fällen rechtlichen Beistand von englischsprachigen Anwälten in Anspruch zu nehmen, um eine klare Kommunikation und rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.

Der Vorfall rund um Sengkham zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den rechtlichen Bestimmungen in einem anderen Land auseinanderzusetzen, insbesondere in einer Krisensituation. Tragödien wie diese verdeutlichen nicht nur die verwickelten menschlichen Aspekte, sondern auch die oft komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Angehörige beachten müssen.