
US-Präsident Donald Trump hat am 3. April 2025 einen umfassenden Zollplan vorgestellt, der eine Erhöhung der Zölle auf Autos aus der EU um 25 Prozent vorsieht. Trump argumentiert, die europäischen Hersteller würden die amerikanischen Märkte unfair benachteiligen und zu wenig US-Fahrzeuge kaufen. Während 2022 fast 450.000 Autos aus Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert wurden, gingen lediglich 136.000 US-Fahrzeuge in die EU, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtet. Diese ungleiche Bilanz will Trump nun mit den neuen Zöllen angehen, um die USA als Produktionsstandort zu stärken und Handelsdefizite abzubauen.
Der Zoll von 25 Prozent gilt nicht nur für Pkw, sondern ist auch auf sämtliche importierten Autos einschließlich Kleinwagen, Limousinen, SUVs und leichte Nutzfahrzeuge sowie auf zentrale Autoteile anwendbar. Er wird zusätzlich zu bestehenden Zöllen erhoben, wobei die USA bislang einen Zoll von 2,5 Prozent auf Pkw aus Europa erhebt, während die EU auf US-Fahrzeuge 10 Prozent erhebt. Trump äußerte zudem: „Wir nehmen Millionen ihrer Autos – BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz“.
Widerspruch von Experten
Zusätzlich stellt Dudenhöffer klar, dass die schwachen Verkaufszahlen der US-Hersteller in Europa nicht nur auf Handelshemmnisse zurückzuführen sind. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management betont, dass US-Autos schlichtweg nicht den Wünschen und Vorlieben der europäischen Konsumenten entsprechen. Abgesehen von Tesla, der in Europa einige Probleme hat, bieten die US-Hersteller keine konkurrenzfähigen Klein- und Kompaktwagen an, die in Europa gefragt sind.
Politische Reaktionen in Europa
Die Reaktionen auf die neuen Zölle in Europa sind durchweg negativ. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bezeichnet die Maßnahme als schlechte Nachricht für die deutsche Automobilindustrie, die erheblich von den US-Exporten abhängt. Deutsche Hersteller produzieren bereits viele Modelle in den USA, um Zölle zu vermeiden. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen fordert gezielte Gegensanktionen, während Sahra Wagenknecht von der Linken eine Reduzierung von US-Frackinggas auf dem europäischen Markt anregt.
Die EU-Kommission hat angekündigt, entschlossen zu reagieren und die Interessen europäischer Unternehmen zu schützen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont die Notwendigkeit von verhandlungslösungen und die Möglichkeit weiterer Zölle auf Importe. Der VDA-Präsidentin Hildegard Müller nennt die Entscheidung ein fatales Signal für den fairen Handel, was die Diskussion über die zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa weiter anheizen dürfte.
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