Inmitten anhaltender kritischer Stimmen zu den Äußerungen von Donald Trump über die NATO und den Afghanistan-Einsatz hat Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen klare Position bezogen. Auf Facebook äußerte sie sich besorgt über die Auswirkungen von Trumps Kommentaren auf die Veteranen und deren Hinterbliebene. Ihre Aussage verdeutlicht, wie tief die Verwurzelung dieser Thematik in den gesellschaftlichen Belangen der NATO-Staaten ist: „Wir sollten unsere Soldaten und Veteranen nie als Statisten in politischen Diskussionen behandeln,“ erklärte Frederiksen. Diese Worte kommen auch als Reaktion auf die kontroverse Aussage Trumps, die NATO habe die USA nie gebraucht.
Trumps Äußerungen wurden in Deutschland ebenso zurückgewiesen. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Deutschland nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 entschlossen handelte und eine hohe Einsatzbereitschaft der Bundeswehr demonstrierte. In den über 20 Jahren des Afghanistan-Einsatzes wurden 59 deutsche Soldaten und drei Polizisten getötet, ein hoher Preis für einen Einsatz, der von der NATO initiiert wurde.
Die Mission in Afghanistan
Die internationale Intervention in Afghanistan begann im Oktober 2001 als direkte Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September. Die USA aktivierten Artikel Fünf des NATO-Vertrags, was zu einem einzigartigen Bündnisfall in der Geschichte der NATO führte. Die NATO-Staaten, darunter auch Großbritannien und Deutschland, traten gemeinsam gegen die Taliban und Al-Qaida an. Der ISAF-Einsatz (International Security Assistance Force) wurde nach der US-geführten Invasion eingerichtet, um die neu gebildete afghanische Regierung zu unterstützen und ein sicheres Umfeld zu schaffen.
Von Dezember 2001 bis August 2003 übernahmen zunächst verschiedene Einzelstaaten die Sicherheitsverantwortung, bevor die NATO diese Führung übernahm. Die erste Phase dieses Engagements konzentrierte sich darauf, die afghanische Regierung bei der Sicherheit zu unterstützen, insbesondere in den Kampf gegen die Taliban, solange diese die Sicherheitsstrukturen nicht gewährleisten konnte. Diese Mission entwickelte sich zu einer der größten NATO-Operationen, die jemals durchgeführt wurde. Zu ihrem Höhepunkt waren über 130.000 Soldaten aus 51 Staaten beteiligt.
- 37 Soldaten starben als Folge direkter Kämpfe in Afghanistan.
- 53 Soldaten aus Italien verloren ihr Leben, und mehr als 700 wurden verwundet.
- 457 britische Soldaten starben im Einsatz, viele wurden schwer verletzt.
Die NATO teilte diesen Einsatz in zwei Phasen auf: von 2003 bis 2014, mit einem Fokus auf Sicherheit und Terrorismusbekämpfung, und ab 2011 die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Streitkräfte. ISAF begleitete die afghanischen Sicherheitskräfte in ihrem Aufbau, letztlich endete der Einsatz offiziell am 31. Dezember 2014.
Reaktionen auf Trumps Aussagen
Die Reaktionen auf Trumps Kritik kamen nicht nur aus Dänemark und Deutschland. Auch Italien, dessen Regierungschefin Giorgia Meloni die Äußerungen zurückwies, stellte das gegenseitige Vertrauen innerhalb der NATO in den Vordergrund. In einem weiteren Schritt lobte Trump die britischen Soldaten auf der Plattform Truth Social und unterstrich die starke Verbindung zwischen den USA und Großbritannien.
Während der Diskussion zeigt sich, wie wichtig der Respekt unter den NATO-Staaten ist, insbesondere in Anbetracht der Opfer, die im Afghanistan-Einsatz gebracht wurden. Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der ersten Phase des ISAF-Einsatzes stehen viele Mitgliedsstaaten vor der Herausforderung, die Lehren aus diesen Einsätzen zu ziehen und die Erinnerung an die Gefallenen zu würdigen.
Wie die Dänen, Deutsche und Briten im Afghanistan-Krieg, müssen auch die Stimmen anderer Nationen gehört werden, die den Kampf gegen Terrorismus und für internationale Sicherheit gemeinsam geführt haben.
Diese Anmerkungen zu den geopolitischen Spannungen innerhalb der NATO erfordern eine eingehende Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Folgen der internationalen Intervention in Afghanistan, um eine tragfähige Zusammenarbeit in der Zukunft zu sichern.
Für weitere Informationen über den Einsatz und die Rolle der NATO in Afghanistan, können Sie die detaillierten Berichte auf bpb.de und nato.int einsehen.