Die Beziehungen zwischen der EU und den USA sind derzeit von Spannungen geprägt. Angeführt von US-Präsident Donald Trump, der am 18. Jänner 2026 mit hohen Zöllen im Grönland-Konflikt drohte, wird der Druck auf die Europäische Union immer intensiver. Trump nutzt provokante Bilder, um seine Position zu untermauern, und seine Drohungen mit weitreichenden Strafzöllen führen zu einer ernsthaften Diskussion innerhalb der EU darüber, wie man reagieren soll. Es wird darüber nachgedacht, ob die EU selbst Vergeltungszölle einführen sollte, was die Frage nach der Stärke Europas und den Hintergründen eines möglichen wirtschaftlichen Konflikts in den Raum stellt.Krone berichtet, dass die EU nach einer gemeinsamen Position sucht, um auf die aggressiven wirtschaftlichen Maßnahmen der USA angemessen zu reagieren.
Zu den neuesten Entwicklungen gehört, dass die EU plant, einen Sondergipfel abzuhalten und Gegenzölle im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro in Betracht zu ziehen. Diese Zölle könnten bereits ab dem 6. Februar 2026 für US-Produkte wie Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel in Kraft treten. Deutschland hat sich dabei für die Prüfung von Zöllen und Sanktionen ausgesprochen, während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Aktivierung des „Instruments zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen“ fordert. Trump kündigte seinerseits 10% Zölle auf alle Einfuhren aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern ab dem 1. Februar an, mit einer Erhöhung auf 25% ab dem 1. Juni.Tagesschau hat diese Entwicklungen genau verfolgt und warnt vor den negativen Folgen für die transatlantischen Beziehungen.
Reaktionen innerhalb der EU
Die Reaktion der betroffenen europäischen Staaten auf die Zolldrohungen ist gemischt, jedoch eint alle die Sorge, dass solche Maßnahmen die ohnehin angespannten transatlantischen Beziehungen weiter untergraben könnten. Außenminister Johann Wadephul äußert Bedenken, dass im EU-Parlament keine Mehrheit für das bereits abgeschlossene Zollabkommen zwischen der EU und den USA zu erwarten ist. Er schließt jedoch nicht aus, dass auch Gegenzölle in Erwägung gezogen werden, sollten die USA weiterhin ihre aggressive Zollpolitik verfolgen. Angesichts der drohenden Wirtschaftskonflikte verlangt die Grüne-Vorsitzende Franziska Brantner nach härteren Maßnahmen gegen die USA, die sogar eine Digitalabgabe umfassen könnten.
Inmitten dieser wirtschaftlichen Spannungen bietet Italien Vermittlung zwischen den USA und Europa an. Regierungschefin Giorgia Meloni, die über einen guten Zugang zu Trump verfügt, könnte eine Schlüsselrolle in den Versuchen zur Deeskalation spielen. EU-Ratschef António Costa hat bereits einen Sondergipfel angekündigt, der möglicherweise bereits am Donnerstag stattfinden könnte. Auch beim bevorstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos werden Trump und der CDU-Vorsitzende Merz erwartet, was der Situation zusätzliche Aufmerksamkeit verleiht und die Chancen auf diplomatische Lösungen erhöhen könnte.
Kontext der transatlantischen Beziehungen
Die angespannten Beziehungen zwischen der EU und den USA sind keine neue Entwicklung. Der Amtsantritt von Donald Trump im Jänner 2025 führte bereits zu einem turbulenten Klima. Während es starke gemeinsame Interessen in Handels- und Sicherheitspolitik gibt, sind auch zahlreiche Reibungspunkte evident. Im Jahr 2023 betrug der jährliche Handel zwischen der EU und den USA über 1,6 Billionen Euro, was die Bedeutung dieser Partnerschaft unterstreicht. Dennoch bestehen in der Handelspolitik tiefgreifende Konflikte, insbesondere in den Bereichen Stahl, Aluminium und Fahrzeugimporte. Trump führte hohe Zölle auf EU-Importe ein und die EU hat erwogen, Gegenmaßnahmen im Wert von rund 26 bis 95 Milliarden Euro zu implementieren.
Die Sicherheitskooperation zwischen der EU und den USA ist trotz aller Reibungen stabil, birgt jedoch auch Herausforderungen. Auch wenn Trump anfangs nicht so aggressiv auftrat, war die Unsicherheit über seine Ansichten zu multilateralen Organisationen ein ständiges Thema. Während die EU weiterhin ihre militärische Abhängigkeit von den USA aufrechterhält, besonders bei der Unterstützung der Ukraine, strebt sie gleichzeitig eine stärkere Eigenständigkeit in Technologie- und Handelspolitik an. Diese Dynamiken schaffen ein Spannungsfeld, in dem die EU flexibel bleiben muss, um auf die unvorhersehbaren Forderungen der USA zu reagieren.bpb.de bietet einen umfassenden Überblick über die komplexen Beziehungen zwischen den beiden Seiten des Atlantiks.