Die Trinkwasserversorgung in Neupölla, einem Ort im Bezirk Zwettl, steht momentan auf der Kippe. Wie oe24.at berichtet, wurde das dortige Trinkwasser als ungenießbar eingestuft, nachdem bei routinemäßigen Kontrollen Verunreinigungen mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) festgestellt wurden. Die genauen Ergebnisse der laufenden Untersuchungen werden frühestens Ende nächster Woche erwartet.
Die betroffenen Bewohner dürfen das Wasser lediglich für Reinigungszwecke wie Waschen, Duschen oder Körperpflege verwenden. Das Trinken des Wassers, selbst nach Abkochen, wird dringend abgeraten. Um die Bevölkerung zu unterstützen, erhalten die Anwohner jede Woche im lokalen Kaufhaus kostenlos sechs 1,5-Liter-Wasserflaschen.
PFAS-Krise in Deutschland und Bayern
Die Problematik der PFAS ist nicht nur auf Neupölla beschränkt. Laut einer Untersuchung des BUND wurden in 42 von 46 Trinkwasserproben in Deutschland PFAS nachgewiesen, was die Süßwasserressourcen zunehmend gefährdet (bund-naturschutz.de. In Bayern wiesen vier von sechs Proben aus Holzkirchen, Passau, Salzweg und Olching ebenfalls diese gefährlichen Chemikalien auf. In Neuötting wurde zudem der Grenzwert für 2026 im Grundwasser überschritten, was Kostenausgaben in Millionenhöhe für die Aufbereitung nach sich zieht.
Die neuen Grenzwerte für PFAS in Trinkwasser, die 2026 und 2028 in Kraft treten sollen, stellen die Wasserversorger vor große Herausforderungen. Der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe fordert, dass die Verursacher der Verunreinigungen für die Kosten der Trinkwasseraufbereitung aufkommen. Die derzeit vorhandenen Verfahren zur PFAS-Entfernung sind kostenintensiv und ressourcenaufwändig, was die Situation weiter kompliziert.
Gesundheitsrisiken von PFAS
PFAS sind keineswegs ein neues Phänomen; diese über 10.000 synthetischen Chemikalien, die seit den späten 1940er Jahren hergestellt werden, sind extrem stabil und gelangen über Jahrzehnte in die Umwelt und den menschlichen Körper (zdfheute.de. Sie werden in vielen Alltagsprodukten verwendet, darunter Kochgeschirr, Textilien und Kosmetika, und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, da sie sich im Körper anreichern. Studien zeigen, dass langfristiger PFAS-Kontakt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberschäden sowie zu einem geschwächten Immunsystem führen kann.
Die anhaltende Diskussion über PFAS und deren Gefahren hat zur Folge, dass strengere Regelungen für ihre Verwendung und Verunreinigung in Trinkwasser angestrebt werden. Ab dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 trinkwasserrelevanten PFAS, gefolgt von einem weiteren Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter für besonders kritische Verbindungen ab 2028.
Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität in Neupölla und anderen betroffenen Gebieten wirksam sein werden. Die steigenden Anforderungen an die Wasseraufbereitung könnten sowohl technische als auch wirtschaftliche Anpassungen notwendig machen.