Schock in Halle! Unbekannte haben Stolpersteine gestohlen und damit ein Zeichen des Gedenkens entweiht. Die Polizei bestätigt, dass die Landsberger Straße im Stadtbezirk Ost betroffen ist. Dort wurden fünf Steine, die an die Familie Brilling – Max, Anna, Bruno, Regina und Lieselotte – erinnern, aus dem Boden gerissen. Auch Max und Meta Buchsbaum sollten mit Stolpersteinen geehrt werden, doch die Täter haben keine Skrupel gezeigt. Der Gedenkverein hat Anzeige erstattet, während die Ermittlungen in vollem Gange sind.
Die schockierende Tat geschah erst nach einem ähnlichen Vorfall in Zeitz Anfang Oktober, wo ebenfalls Stolpersteine entwendet wurden. Dort reagierte die Gemeinschaft prompt mit einer Spendenaktion, die bereits über 50.000 Euro für neue Stolpersteine gesammelt hat. Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums setzen sich ebenfalls kreativ ein und haben 3D-gedruckte Provisorien verlegt. Diese Steine sind identisch in Größe und Inschrift und sollen die Erinnerung bis zur Ersetzung aufrechterhalten.
Polizei ermittelt: Antisemitischer Hintergrund im Fokus
Die Polizei hat die Ermittlungen an den Staatsschutz übergeben, da ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. Stolpersteine sind ein bewegendes Symbol für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und werden vor ehemaligen Wohnhäusern eingelassen. Der respektlose Raub dieser wichtigen Zeichen ist nicht nur ein Verbrechen gegen das Gedenken, sondern wirft auch ein schockierendes Licht auf die gegenwärtige gesellschaftliche Situation.





