Russland setzt seit Jahren auf hybride Kriegsführung, um die Stabilität in Europa zu untergraben. Diese Techniken, die insbesondere im Cyber- und Informationsbereich angewendet werden, zielen darauf ab, Staaten zu destabilisieren und die Öffentlichkeit von ihrer Regierung zu entfremden. Laut der Kleinen Zeitung erfolgt die hybride Kriegsführung in mehreren Phasen, beginnend mit der Ausspähung kritischer Infrastruktur und der gezielten Beeinflussung von Verhaltensänderungen innerhalb der Bevölkerung.
In der ersten Phase steht die Ausspähung kritischer Infrastrukturen im Vordergrund. Russische Agenten versuchen, die Friedensbewegungen in Europa zu unterwandern, um die Verteidigungsbereitschaft der Staaten zu diskreditieren. Migrantische Gemeinschaften werden gezielt angesprochen, um das Vertrauen in die jeweiligen Regierungen zu schwächen.
Aktuelle Entwicklungen und Beispiele
Die ZDF heute berichtet von verschiedenen Sabotageakten, die als Teil dieser hybriden Strategie erfolgen. Zu den konkreten Beispielen zählen Anschlagsversuche auf Kommunikationsmasten in Schweden, Angriffe auf die Wasserversorgung und das Bahnnetz in Polen, sowie Hackerangriffe auf norwegische Dämme. In Deutschland gab es im Spätwinter zahlreiche Fälle, bei denen Autos durch das Einspritzen von Bauschaum in Auspuffanlagen beschädigt wurden, wobei Russland als möglicher Drahtzieher vermutet wird.
Die Sicherheitsbehörden in Europa haben seit Beginn der Ukraine-Invasion im Februar 2022 ihre Wachsamkeit erhöht, was offenbar erforderlich ist, da General Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, betont, dass hybride Angriffe auf Deutschland mittlerweile tägliche Realität sind. Die Maßnahmen umfassen unter anderem Spionage, Desinformation und Drohnenüberwachung.
Bedrohungen für kritische Infrastrukturen
Ein zunehmend besorgniserregendes Phänomen sind die Angriffe auf kritische Infrastrukturen, wie im Fall eines Brands an einem deutschen Strommast oder mutmaßlicher Sabotage an Marineeinheiten. Solche Vorfälle, zusammen mit den festgestellten Drohnenüberflügen über Militärgelände, zeigen, dass die Bedrohungslage ernst zu nehmen ist und einem höheren Risiko ausgesetzt ist. Zudem fanden Sicherheitsbehörden in mehreren Bundesländern Papierschnipsel, die Slogans enthalten, die auf radikale Klimaaktivisten hindeuten. Dies könnte ein Versuch sein, die Sabotageakte in einem anderen Licht darzustellen.
Die Bundesanstalt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betont, dass Deutschland seit Jahren Ziel verdeckter Cyberangriffe und Spionageaktionen ist. Die aktuellen hybriden Angriffe zielen darauf ab, jegliche Unterstützung westlicher Staaten für die Ukraine zu untergraben und zeigen die strategische Bedeutung Deutschlands in der geopolitischen Landschaft. Länder wie China, Nordkorea und der Iran führen ebenfalls hybride Maßnahmen durch, insbesondere im Cyberraum.
Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass Russland eine Vielzahl hybrider Ansätze nutzt, um Europa zu destabilisieren. Die Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, diese Bedrohungen zu erkennen und entsprechende Schritte einzuleiten, um die eigene Bevölkerung und kritische Infrastrukturen zu schützen.