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Am 28. Februar 2025 erinnerte Bischof Peter Kohlgraf in Mainz an die verheerenden Folgen der Bombardierung der Stadt vor 80 Jahren, als britische Bomber 1.200 Menschen das Leben kosteten. Bei einem Gedenkgottesdienst im Kloster der Klarissen-Kapuzinerinnen, das ebenfalls durch den Luftangriff zerstört wurde, wies er eindringlich auf die anhaltenden Konflikte in der Welt hin. „Misstrauen und Angst sind die Atmosphäre, die neue Kriege auslöst und Konflikte anheizt“, betonte Kohlgraf. Er appellierte, die tiefen Ursachen von Kriegen zu bekämpfen, anstatt nur auf Aufrüstung zu setzen. „Sicherheit in dieser Welt wird es nicht durch Abschreckung und Aufrüstung geben“, stellte er klar, während er die brutale Realität des Krieges in der Ukraine und anderen Krisengebieten ansprach.
Erinnerung an das Kloster
Das Gedenken fand in einer besonderen Atmosphäre statt, da die 41 Klarissen-Kapuzinerinnen, die während des Luftangriffs starben, in den Gedanken des Bischofs lebendig wurden. Kohlgraf, der in einem Gewand zelebrierte, das an die Zerstörung von Mainz erinnerte, würdigte das Kloster als „lebendigen Glaubensort mitten in der Stadt“. Bei der Prozession im Keller des Klosters wurde ein bewegender Bericht über das letzte Gebet der Schwestern vorgelesen, während sie sich in der Dunkelheit des Krieges um das Allerheiligste scharten. Trotz der Gefahr hielten sie an ihrem Glauben fest. „Die Brutalität und die Schrecken der Kriege lassen sich nur schwer in Worte fassen“, fügte Kohlgraf hinzu und erinnerte an das Vermächtnis der Schwestern, die als „Schutzengel für die Stadt und das Bistum Mainz“ gelten.
Kohlgraf rief dazu auf, die Werte des Friedens und der Gerechtigkeit ernst zu nehmen und inneren Frieden zu bewahren. In Anlehnung an Franz von Assisi schloss er mit dem Hinweis, dass die Welt Handwerker des Friedens braucht. „Wir müssen uns für einen neuen Stil des Umgangs miteinander einsetzen“, so der Bischof, der es als kirchlichen Auftrag ansah, die Würde jedes Menschen im Gedächtnis zu halten. Informationen über den Gedenkgottesdienst und die bewegende Geschichte des Klosters können bei kathpress.at und bistummainz.de nachgelesen werden.
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