Deutschland

Obstbaum-Schnitt: Experten-Tipps für reiche Ernte und gesunde Bäume!

Mit dem Beginn der warmen Sonnenstrahlen haben Gartenbesitzer in Deutschland die passende Gelegenheit, um ihre Obstbäume zu schneiden und zu pflegen. Willy de Wit, ein Experte für Streuobst und Pilze, warnt jedoch eindringlich vor unsachgemäßem Obstbaumschnitt. Ein fachgerechter Schnitt sei entscheidend für die Erhaltung der vitalen Stärke der Bäume.

Ein falscher oder vernachlässigter Schnitt kann zu erheblichen Ernteausfällen oder gar Totalausfällen aufgrund von Wildwuchs führen. So betont de Wit, dass insbesondere die "Alarmtriebe" nicht wahllos abgeschnitten werden sollten, da sie für den Aufbau neuer Frucht- und Leitäste wichtig sind. Zudem müsse das unterschiedliche Wachstum von Kern- und Steinfrüchten beachtet werden. Bei Unsicherheiten empfehlen die Experten, ganz auf das Schneiden zu verzichten.

Wichtige Pflegehinweise

Die Wahl der richtigen Werkzeuge ist entscheidend. Werkzeuge sollten desinfiziert und scharf sein, um Pilzbefall, der an Obstbäumen problematisch sein kann, zu vermeiden. Besonders aggressive Pilzarten und Schwächeparasiten können gravierende Schäden verursachen. Hinweise auf einen möglichen Schaden geben beispielsweise schwarze Pilzleichen, die auf den Zottigen Schillerporling hinweisen.

Kurze Werbeeinblendung

Darüber hinaus sind Baumbesitzer für Schäden haftbar und sollten ihre Obstbäume regelmäßig auf Bruchsicherheit überprüfen. Eine besondere Herausforderung stellen auch Misteln dar, die sich in Streuobstwiesen ausbreiten und den Wirtspflanzen Nährstoffe entziehen. Um deren Ausbreitung zu verhindern, ist ein radikaler und großzügiger Schnitt notwendig.

Das geeignete Werkzeug für den Schnitt umfasst Hochentaster, Schneidgiraffen, Bypass-Scheren und Japansägen. Darüber hinaus sollten gute Lederhandschuhe verwendet werden, um Schnittverletzungen zu vermeiden. Älteren Personen wird geraten, das Steigen auf Obstleitern zu vermeiden und diese Aufgabe gegebenenfalls an Gartenfirmen zu übertragen.

Ein weiteren Aspekt der Obstbaum-Pflege wird durch die Laubholzmistel aufgezeigt, die sich in Deutschland stark ausbreitet. Der NABU hat hierzu ein achtseitiges Info-Papier veröffentlicht. Besonders betroffen sind Streuobstbestände in Süd- und Mitteldeutschland, wo die Ausbreitung existenzgefährdende Probleme für diese Bestände mit sich bringt.

Die Ursachen für die verstärkte Ausbreitung der Mistel sind unter anderem unregelmäßige Pflege der Streuobstbestände, klimatische Einflüsse und die falsche Annahme, dass die Laubholzmistel besonderen Schutz genießt. Besonders verwundbare Baumarten sind Apfelbäume und Ebereschen, während Kirschen, Walnüsse, Pflaumen und Zwetschgen weniger betroffen sind. Neueste Rückmeldungen zeigen, dass die Mistel auch auf Birnbäume übergreifen kann, wenn diese stark befallen sind.

Der NABU empfiehlt, bei einem geringen Befall aktiv gegen die Mistel vorzugehen, jedoch ohne sie auszurotten. Es besteht zudem erheblicher Forschungsbedarf zu den Ursachen der Ausbreitung und zu Bekämpfungsmethoden.


- Übermittelt durch West-Ost-Medien

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Ostalbkreis, Deutschland
Beste Referenz
remszeitung.de
Weitere Quellen
nabu.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"