Immer mehr Verbraucher sehen sich beim Online-Kauf mit Betrugsversuchen konfrontiert, insbesondere im Bereich gebrauchter Mobiltelefone. Ein aktueller Bericht von 5min.at warnt vor den Gefahren, die beim Erwerb von Handys lauern, deren IMEI (International Mobile Equipment Identity) gesperrt ist. Dies kann die Nutzung des Geräts unmöglich machen und betroffene Käufer in eine unangenehme Lage bringen.

Eine IMEI-Sperre kann aus verschiedenen Gründen aktiviert werden, etwa wenn ein Mobiltelefon zusammen mit einem Vertrag verkauft oder aufgrund unbezahlter Rechnungen gesperrt wird. In jüngster Zeit sind betrügerische Webseiten aufgetaucht, die versprechen, solche Sperren gegen Bezahlung aufzuheben. Ein Beispiel hierfür ist die Seite directunlocks.com, auf der für die Entsperrung 26,99 Euro verlangt werden. Diese Angebote erweisen sich oft als unseriös, da die Nutzer ihr Geld verlieren, ohne dass eine Leistung erbracht wird.

Woran erkennt man Betrug?

Experten empfehlen, einige Warnzeichen zu beachten, um unseriöse IMEI-Entsperrdienste zu identifizieren. Dazu gehören:

  • Prüfung der Legalität: Oftmals sind solche Dienste illegal.
  • Übertriebene Kundenbewertungen: Diese sind häufig manipuliert.
  • Irreführende Versprechen: Technisch oder rechtlich kaum haltbar.
  • Verschleierung von Zahlungsmethoden: Verwendung schwer nachverfolgbarer Optionen wie Bitcoin.

Die Kreditoren des Betroffenen berichten oftmals von negativen Erfahrungen. Echte Bewertungen offenbaren häufig, dass Entsperrungen nicht funktionierten oder dass es zu wiederholten Abbuchungen kam. Sicherheitshalber raten die Experten, IMEI-Sperren ausschließlich über den ursprünglichen Mobilfunkanbieter aufheben zu lassen.

Handlungsempfehlungen im Betrugsfall

Sollte dennoch ein Betrugsfall eintreten, sind verschiedene Schritte ratsam. Verbraucher sollten:

  • Die Zahlung reklamieren, indem sie Kontakt mit ihrer Bank oder dem Zahlungsdienst aufnehmen.
  • Den Anbieter zur Rückzahlung auffordern und eine nachweisbare E-Mail senden.
  • Danach einen seriösen Entsperrdienst finden, idealerweise den ursprünglichen Mobilfunkanbieter oder einen autorisierten Service kontaktieren.

Die Verbraucherzentrale bietet zudem Unterstützung über 0900er-Nummern an, die für Rechts- und Finanzfragen konsultiert werden können. Die Gespräche dauern im Durchschnitt etwa sechs Minuten und kosten rund 13,70 Euro, wobei die Abrechnung sekundengenau erfolgt.

Schutz vor unseriösen Online-Shops

Ein weiteres Problem stellt sich beim Einkauf in Online-Shops, die eine deutsche Adresse vorgeben, tatsächlich aber aus dem Ausland operieren. Oftmals erhalten Käufer minderwertige Ware oder Produkte in falschen Größen, und Rücksendungen können kompliziert sein. Laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen gibt es hilfreiche Notfall-Checks zur Rückerstattung des Geldes und eine Checkliste für Rückbuchungen sowie Widerrufe.

Um sich vor unseriösen Anbietern zu schützen, sollten Käufer stets Vorsicht walten lassen und bei Unsicherheiten rechtzeitig einen Experten zurate ziehen.