Die Klimakrise zeigt sich zunehmend in Österreich, wie die aktuelle „Jahresbilanz zum Wasserhaushalt 2025“ belegt. Überdurchschnittliche Lufttemperaturen, unterdurchschnittliche Niederschläge und eine geringe Schneespeicherung führten zu Fließgewässerabflüssen und Grundwasserständen, die unter dem langjährigen Mittel lagen. Umweltminister Norbert Totschnig von der ÖVP beschreibt die Situation als einen „deutlichen Wandel“ für das Land. Einzelne niederschlagsreiche Phasen konnten die bestehenden Defizite nicht nachhaltig ausgleichen. Besonders im Dezember 2025 wurde dieses Bild durch wenige Hochwasserereignisse bestätigt. Die Niederschlagssumme für das gesamte Jahr lag österreichweit etwa 14 Prozent unter dem Durchschnitt, wobei regionale Unterschiede deutlich ausgeprägt waren.
Insgesamt wiesen 55 Prozent der Messstellen an Oberflächengewässern niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf, während die Grundwasserstände an rund der Hälfte der Messstellen über weite Teile des Jahres niedrig blieben. Insbesondere der Winter 2024/25 war von milder und schneearmer Witterung geprägt, was sich ebenfalls negativ auf die Wasserressourcen auswirkte. Im Januar 2025 lag die Niederschlagsmenge erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt, vor allem im Osten und Südosten Österreichs. Trotzdem stagnieren oder fallen die Grundwasserstände weiter, und es fehlt an typischen Phasen der Grundwasserneubildung.
Die Herausforderungen der Wasserversorgung
Die letzten Jahre haben nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland zu einem Anstieg der Herausforderungen im Bereich Wasserressourcen geführt. Die Ursachen für Wasserknappheit sind vielfältig und beinhalten klimatische Bedingungen mit geringem Wasserdargebot, Wasserqualitätsprobleme wie z.B. durch Nitratbelastung, sowie die Zunahme der Wasserentnahmen für die Landwirtschaft und in Metropolregionen. Diese Problematik äußert sich in der Notwendigkeit regional spezifischer Maßnahmen, wie der Einrichtung von Fernwasserleitungssystemen oder der Limitierung von Wasserentnahmen, um Wasserknappheit langfristig vorzubeugen. Das Umweltbundesamt hebt hervor, dass die anhaltende Trockenheit der letzten Dekade und die Unsicherheit über zukünftige Wassernutzung besorgniserregend sind.
Die Ereignisse des Trockenjahres 2018 haben auch in Deutschland als Stresstest für die Wasserversorgung gedient. Lange Trockenphasen und hohe Temperaturen führten zu einem erhöhten Wasserbedarf. An einem Diskurs des DVGW am 23. Januar 2019 nahmen Vertreter von 20 Wasserversorgern teil, um die Auswirkungen dieser Trockenheit zu diskutieren. Der Handlungsbedarf zur Verbesserung der Versorgungssicherheit wurde eindeutig identifiziert. Angesichts der Tatsache, dass zukünftige extreme Trockenphasen und mehrere aufeinanderfolgende Trockenjahre als realistisch gelten, müssen Wasserversorger dringend prüfen, ob sie über nötige Systemreserven und Redundanzen verfügen.
Ausblick und Prävention
Der Einfluss des Klimawandels auf die Wasserressourcen wird auch in einer Studie mit dem Titel „Wasser im Klimawandel“ untersucht, die bis Ende 2026 laufen soll. Dabei werden vor allem die Wechselwirkungen zwischen klimatischen Veränderungen und dem Wasserverbrauch beleuchtet. Es ist notwendig, Maßnahmen zur Resilienz der Wasserversorgung gegen Extremwetterereignisse zu fördern. Die Diskussion über den Vorrang der Trinkwasserversorgung vor anderen Wassernutzungen sowie die Klärung von Fragen zur Wasserqualität ist unverzichtbar, vor allem im Hinblick auf landwirtschaftliche Beregnung.
In dieser angespannten Situation ist die Notfallvorsorgeplanung von großer Bedeutung, um die Zuständigkeiten zu klären und die Zusammenarbeit zwischen Wasserversorgern, Kommunen, Behörden und Katastrophenschutz zu verbessern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen der letzten Jahre einen klaren Trend hin zu einer zunehmend herausfordernden Wasserversorgung zeigen, der alle betroffenen Akteure zum Handeln zwingt.





