Die Kessler-Zwillinge, Alice und Ellen Kessler, starben am 17. November 2025 im Alter von 89 Jahren in ihrem Wohnort Grünwald bei München. Sie wählten den Weg der Sterbehilfe und entschieden sich für einen assistierten Suizid. Laut Bayerischem Rundfunk fanden die Schwestern friedlich im Beisein einer Ärztin und eines Juristen, die zum Zeitpunkt des Vorfalls vor Ort waren, ihren Frieden. Die Münchner Polizei bestätigte einen Einsatz in Grünwald, lies aber keine weitere Informationen über die Hintergründe der Tragödie aus.
Die Kessler-Zwillinge waren mehr als nur prominente Persönlichkeiten; sie galten jahrzehntelang als Stil- und Showikonen und wurden als die schönsten Frauen der Welt gepriesen. Vor ihrem Tod hatten die beiden sich aus dem Showgeschäft zurückgezogen, was ihren Ruf als legendäre Sängerinnen und Tänzerinnen nicht minderte. Sie hinterließen nicht nur einen bleibenden Eindruck in der Unterhaltungsbranche, sondern auch in dem Leben vieler Menschen, die sie liebten und verehrten.
Ein persönlicher Abschied
Carolin Reiber, eine langjährige Weggefährtin der Kessler-Zwillinge, erhielt posthum ein Päckchen mit der Aufschrift „Erst am 18. November öffnen“. Darin befanden sich „wunderschöne Schmuckstücke, teils mit Jadesteinen“, die die Zwillingsschwestern ihr vererbt hatten. Reiber öffnete das Paket jedoch vor dem vorgesehenen Datum und beschrieben den Inhalt als „unglaublich persönlich“. Diese Geste widerspiegelt die enge Bindung und den tiefen Freundschafts- und Vertrautheitsgrad zwischen den Schwestern und ihrer langjährigen Freundin.
Der assistierte Suizid, den die Kessler-Zwillinge wählten, ist seit 2020 in Deutschland unter bestimmten Bedingungen legal. Diese Entscheidung unterscheidet sich von der aktiven Sterbehilfe, die in Deutschland weiterhin verboten ist. Gemäß § 216 des Strafgesetzbuches wird aktive Sterbehilfe mit Freiheitsstrafe geahndet. Dennoch bleibt das Thema Sterbehilfe emotional und gesellschaftlich komplex. Eine neue gesetzliche Regelung für den assistierten Suizid ist derzeit nicht verabschiedet worden, was in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wird.
Gesellschaftliche Relevanz und Unterstützung
Der tragische Verlust der Kessler-Zwillinge wirft auch Fragen über Suizid und seine Auswirkungen auf die Hinterbliebenen auf. Es ist wichtig, Suizidgedanken offen zu besprechen und Unterstützung anzubieten. Es besteht oft der Mythos, dass das Ansprechen solcher Gedanken diese auslösen könnte, doch es kann Betroffenen helfen, sich mitzuteilen. Unterstützung für Angehörige ist über Organisationen wie die Telefonseelsorge oder den Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen erreichbar. Für Hinterbliebene bieten Selbsthilfegruppen wie der Verband Agus Hilfe an, um in schwerwiegenden Krisen beizustehen.
In Anbetracht der Tragik und des Verlustes von Alice und Ellen Kessler bleibt das Erbe ihrer Kunst und ihr Einfluss auf die Gesellschaft bestehen. Ihr Leben wird von vielen als ein Beispiel für Selbstbestimmung und persönliche Entscheidungen in schwierigen Zeiten gesehen.