Die rechtsextreme Dating-Plattform „WhiteDate“, die 2017 von der Deutschen Christiane H. unter dem Pseudonym Liv Heide gegründet wurde, steht seit ihrem Auftritt als „Tinder für Nazis“ in der Kritik. Die Website zielte auf Menschen mit rassistischen und rechtsextremen Ansichten ab und zählte weltweit fast 8.000 Nutzer, überwiegend aus den USA und Deutschland, mit einem signifikanten Anteil an männlichen Profilen – nach Angaben, die im Kurier veröffentlicht wurden, waren 88 Prozent der Nutzer männlich.
Im Oktober 2025 kam es zu einem schwerwiegenden Datenleck, bei dem persönliche Daten der Nutzer offengelegt wurden. Dies führte zu intensiven unternehmerischen sowie sicherheitspolitischen Überprüfungen, da die Plattform bereits vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. RTL-Reporterin Angelique Geray meldete sich undercover an und dokumentierte extreme frauenfeindliche Äußerungen sowie Holocaust-Leugnung unter den Mitgliedern, wie in RTL berichtet. Nutzer suchten speziell nach Frauen, die den traditionellen Rollenbildern entsprechen, was auf eine weitverbreitete frauenfeindliche Haltung auf der Plattform hindeutet.
Rechtsextremismus in Österreich
Die Aktivitäten von „WhiteDate“ stehen auch im Kontext eines besorgniserregenden Anstiegs rechtsextremer Straftaten in Österreich, die im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent gestiegen sind. Andreas Kranebitter, Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes, bezeichnete den Rechtsextremismus als die größte Bedrohung für die Demokratie im Land. Immer mehr Bürger sind besorgt über die Auswirkungen solcher Plattformen auf die Gesellschaft.
Die Situation wurde durch den Verfassungsschutz zusätzlich kompliziert, der anfänglich die falsche Person verfolgte, die zufällig denselben Namen wie das Pseudonym von Liv Heide trug. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestätigte zudem, dass eine interne Überprüfung des Sachverhalts noch nicht abgeschlossen ist und die Herausforderungen im Kampf gegen digitale Radikalisierung weiterhin gravierend sind, wie in einer aktuellen Publikation über die Gefahren des Rechtsextremismus im Internet dargelegt wird. Diese Dokumentation umfasst Themen wie die Nutzung von Internetplattformen durch Rechtsextremisten und die Mechanismen, die die Radikalisierung im Netz fördern.
Ende einer Plattform
Die Plattform „WhiteDate“ wurde Ende Dezember 2025 von der Hackerin Martha Root während des 39th Chaos Communication Congress in Hamburg live gelöscht und ist mittlerweile offline. Diese Maßnahme wurde als wichtiger Schritt im Kampf gegen extremistische Online-Inhalte gefeiert. Der Kampf gegen solche Plattformen und ihre Ideologien bleibt jedoch eine fortwährende Herausforderung für Sicherheitsbehörden und die Gesellschaft als Ganzes.
Die Berichte über „WhiteDate“ und die damit verbundenen Aktivitäten werfen ein besorgniserregendes Licht auf den Zustand der sozialen Gefüge und die Notwendigkeit einer aktiven Auseinandersetzung mit extremistischen Tendenzen in digitalen Räumen.