Am 27. Jänner 2026 veröffentlicht Europol alarmierende Informationen über den Kokainschmuggel nach Europa. Der Bericht weist darauf hin, dass Drogenbanden zunehmend neue, hochentwickelte Technologien sowie ausgeklügelte Methoden nutzen, um ihren Handel effizienter und schwieriger zu verfolgen zu gestalten. Dies führt zu einem „beispiellosen Ausmaß“ des Kokainhandels, das maßgeblich durch eine hohe Produktion in Südamerika und eine wachsende Nachfrage innerhalb der Europäischen Union bedingt ist. Europol hebt hervor, dass diese Entwicklung erhebliche Herausforderungen für die Strafverfolgungsbehörden darstellt.Vienna.at

Ein Hauptaugenmerk des Berichts liegt auf den innovativen Transportmethoden, die von Drogenbanden verwendet werden. Diese nutzen Halbtauchboote, Speedboote und Drohnen, um ihre Lieferungen zu transportieren. Zudem werden die Drogen in Industrieanlagen, Maschinen oder unter Wasser am Schiffsrumpf versteckt, was die Aufdeckung durch Scanner und Drägerkühler erschwert. Die Verwendung von Chemikalien zur „Wäsche“ des Kokains in alltäglichen Produkten wie Lebensmitteln, Kunststoffen oder Textilien macht es zusätzlich schwierig, die Drogen zu identifizieren. Vor diesem Hintergrund betont Europol, dass laut den Organisationen hinter dem Drogenhandel der Einsatz von hochentwickelten Technologien notwendig ist, um gegen Ermittler gewappnet zu sein.

Neue Herausforderungen für Ermittler

Die Umleitung über Westafrika stellt eine neuartige Herausforderung dar, da Banden vermehrt ihre Ware auf hoher See auf Tochterschiffe umladen und diese dann direkt auf das europäische Festland oder die Kanarischen Inseln steuern. Der Bericht verdeutlicht, dass Banden große Seehäfen wie Antwerpen und Rotterdam vermeiden und stattdessen kleinere, weniger überwachte Routen nutzen. In den vergangenen Jahren haben sich diese Praktiken intensiviert, was zeigt, dass kriminelle Gruppen ihre Strategien rasch an den steigenden Überwachungsdruck anpassen. Laut Daten waren 2023 in Antwerpen 116 Tonnen, in Rotterdam 59 Tonnen und in Hamburg 35 Tonnen Kokain sichergestellt worden. Dies unterstreicht die zentrale Rolle europäischer Häfen im globalen Drogenhandel.It-boltwise.de

Die steigende Mengen an Kokain verdeutlichen die Dringlichkeit, internationale Kooperationen zu stärken. Europol-Chefin Catherine De Bolle hebt die Notwendigkeit hervor, dass Länder enger zusammenarbeiten müssen, um die nicht mehr zu bewältigende Situation im Kokainhandel gemeinsam in den Griff zu bekommen. Auch der EU-Innenkommissar Magnus Brunner hat angemerkt, dass Anpassungen in den Anstrengungen zur Bekämpfung des Schmuggels erforderlich sind. Die neue „Europäische Hafenallianz“ wurde gegründet, um gemeinsame Sicherheitsstandards zu entwickeln und den Informationsaustausch zwischen europäischer und lateinamerikanischer Seite zu verbessern.SWP-Berlin.org

In diesem Zusammenhang sind auch die Bemühungen zur Bekämpfung krimineller Netzwerke von Bedeutung. Kriminelle nutzen legale Frachtsendungen, um ihre Drogen zu schmuggeln, was die Ermittlungen zusätzlich kompliziert. Bemerkenswerte Entwicklungen sind auch die Etablierung einer „Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift“ in Hamburg und die Gründung der „Allianz Sicherer Hafen“, die darauf abzielt, Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten und die Kriminalität in Hafenstrukturen einzudämmen. Die Kontrollen in wichtigen Hafenstädten wie Hamburg und Rotterdam müssen angepasst und ausgebaut werden, um den Anforderungen des heutigen Drogenhandels gerecht zu werden.