Ex-Immobilien-Tycoon Benko zu zwei Jahren Haft verurteilt!
René Benko wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Gründe sind Betrug und Schenkung an seine Mutter. Berufung wahrscheinlich.

Ex-Immobilien-Tycoon Benko zu zwei Jahren Haft verurteilt!
René Benko, der ehemalige Immobilien-Tycoon und Gründer des Unternehmens Signa, wurde am Landesgericht Innsbruck wegen schädlicher Handlungen gegenüber seinen Gläubigern zu einer unbedingten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Urteil, das am 15. Oktober 2025 gefällt wurde, ist rechtlich noch nicht bindend, da ein Einspruch „eher wahrscheinlich“ ist, wie sein Verteidiger Norbert Wess erklärte. Benko, der die Vorwürfe von sich weist, wurde in einem Fall um eine Miet- und Betriebskostenvorauszahlung von 360.000 Euro freigesprochen, während er schuldig gesprochen wurde, 300.000 Euro an seine Mutter als unrechtmäßige Schenkung zurücküberwiesen zu haben.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) argumentierte, dass Benko mit dieser Transaktion versuchte, seinen Gläubigern Geld vorzuenthalten. Obwohl der Schöffensenat in Bezug auf die Mietpreise zu dem Schluss kam, dass diese nicht überhöht waren und die Wohnung nicht als unbewohnbar eingestuft werden konnte, war die Rücküberweisung an seine Mutter juristisch problematisch. Laut der Richterin nahm Benko die 300.000 Euro ohne rechtlichen Grund zurück.
Kontext der Verurteilung
Die Verurteilung ist Teil einer umfangreichen Reihe von rechtlichen Ermittlungen gegen Benko, der sich in insgesamt 14 Verfahren wegen schweren Betrugs und Untreue verantworten muss. Diese Verfahren stellen einen Auftakt zu einer potenziellen Prozess-Serie dar, die sich um die größte Pleite in der österreichischen Geschichte drehen könnte. Im Herbst 2023 war das Immobilien- und Handelskonglomerat Signa, welches mehr als 1.130 Unternehmen umfasst, in die Insolvenz geraten. Die Gesamtforderungen, die Gläubiger gegen die Signa-Holding und ihre Tochtergesellschaften geltend machen, liegen im Milliarden-Euro-Bereich. Benko wurde zeitweise als mehrfacher Milliardär geschätzt, mit einem Vermögen von fast fünf Milliarden Euro in seinen besten Jahren.
Er begann seine Karriere als Immobilien-Spezialist in der Schulzeit in Innsbruck, ging jedoch ohne Abitur. Zu seinen bedeutenden Projekten gehören unter anderem die Übernahme des Kaufhauses Tyrol in Innsbruck und die Entwicklung des „Goldenen Quartiers“ in Wien. Darüber hinaus besaß Benko Anteile an renommierten Gebäuden wie dem Chrysler Building in New York und dem Elbtower in Hamburg.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Insolvenzen
Die rechtlichen Auseinandersetzungen und die Insolvenz seines Unternehmens haben erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. In Österreich ist die Zahl der Privatkonkurse zuletzt um 8,7 % gesunken, jedoch zeigt die allgemeine Lage der Wirtschaft Anzeichen von anhaltendem Druck. Statistiken aus dem ersten Quartal 2025 zeigen, dass die vorläufigen Passiva auf über 2,04 Milliarden Euro angestiegen sind. Insbesondere die Signa Prime CM 2017 GmbH trägt mit einem Insolvenzvolumen von 479 Millionen Euro erheblich zu den Passiva bei. Einige Sektoren zeigen zwar erste Erholungstendenzen, doch die Experten warnen vor fehlenden wirtschaftspolitischen Impulsen für eine schnelle Verbesserung der Gesamtlage.
Die Untersuchungshaft von Benko, die seit dem 23. Januar 2025 in Wien andauert, wird ihm auf die Strafe angerechnet. Ob Benko in Innsbruck bleibt, wird sich entscheiden müssen, da eine weitere Anklage gegen ihn erhoben wurde. Seine Verteidigung plant, gegen das Urteil in Berufung zu gehen und eine Nichtigkeitsbeschwerde einzulegen. Wess bezeichnete die Schenkungs-Causa als eine komplexe Rechtsfrage, die seiner Meinung nach „zu eng ausgelegt“ wurde.
In der aktuellen Situation bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen sich für die Zukunft von Benko und sein Unternehmen Signa ergeben werden auch im Kontext des wachsenden Drucks auf die österreichische Wirtschaft.
Für weitere Informationen über die Verurteilung lesen Sie die Berichte von Dolomitenstadt, Augsburger Allgemeine und die Wirtschafts Nachrichten.