Ein aktueller Bericht beleuchtet die umfangreichen Menschenrechtsverletzungen im syrischen Regime unter Bashar al-Assad, das bis zu seinem Sturz im Dezember 2024 andauerte. In Syrien wurden zahlreiche Menschen bespitzelt, eingesperrt und gefoltert, wie die Daten aus dem sogenannten „Damascus Dossier“ zeigen. Diese Recherche basiert auf umfangreichen Materialien, die dem NDR, WDR, der „Süddeutschen Zeitung“ und weiteren internationalen Partnern vorlagen. Die ermittelten Informationen umfassen über 134.000 Dokumente, darunter mehr als 70.000 Fotos, die Folter und Mord in syrischen Gefängnissen dokumentieren, und stammen aus verschiedenen syrischen Nachrichtendiensten von 1994 bis Ende 2024, wie tagesschau.de berichtet.

Die Erhebung zeigt das Ausmaß massiver Gewalt und der systematischen Folter, die im syrischen Militärkrankenhaus Harasta praktiziert wurden. Ehemalige Ärzte, die heute in Deutschland praktizieren, bestätigten die grausamen Methoden, die dort angewendet wurden. Auffällig ist, dass Tote in diesem Krankenhaus häufig mit dem Vermerk „Herzstillstand“ als Todesursache in Totenscheinen dokumentiert wurden, während die Leichenschau Anzeichen von Unterernährung und Gewalt zeigt, wie die Kleine Zeitung feststellt.

Die dunkle Bilanz der Herrschaft

Laut den Berichten sind bis zu 160.000 Syrer als vermisst gemeldet, und die Recherchen identifizierten über 1.500 vermisste Personen, die vom Sicherheitsapparat festgenommen wurden oder in Haft verstarben. Der Fall des Mannes Muhannad Khalifa, der 2013 verhaftet und im Foltergefängnis Al-Khatib starb, illustriert die Brutalität des Regimes. Sein Totenschein dokumentierte ebenfalls einen „Herzstillstand“ als Ursache, was die strukturellen Probleme zeugt, die mit der Behandlung von Häftlingen verbunden sind. Diese Erkenntnisse unterstützen die Vorwürfe gegen das Assad-Regime, das für schwerste Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, wie ndr.de berichtet.

Zusätzlich belegen die Dokumente die Unterstützung befreundeter Staaten für das Assad-Regime, welches auch in der Ausbildung syrischer Soldaten in Nordkorea und Russland involviert war. Die systematische Repression enthüllt, dass viele syrische Ärzte, die während der Herrschaft arbeiteten, heute in Europa leben und jegliche Schuld an den Verbrechen von sich weisen, was die Komplexität der Aufarbeitung dieser Geschehnisse unterstreicht. Die Bundesregierung hat zugesagt, die Beweise weiter zu prüfen und ist in Kontakt mit syrischen NGOs sowie UN-Organisationen, um Familien bei der Suche nach ihren vermissten Angehörigen zu unterstützen.

Ein Aufruf zur Gerechtigkeit

Die Publikation der Recherchen unter dem Titel „Damascus Dossier“ soll das öffentliche Bewusstsein für die Verbrechen des Regimes schärfen und die internationale Gemeinschaft zu entschlossenem Handeln anregen. In einem Klima der Angst und Gewalt, das seit Jahrzehnten in Syrien herrscht, bleibt der Traum von Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Familien bitter nötig.