Eine aktuelle Analyse zeigt, dass 62 Prozent der Frauen in Berufen arbeiten, die als traditionelle Frauenberufe gelten. Diese Berufe sind definiert als solche, in denen der Frauenanteil über 70 Prozent liegt. Zu den Bereichen, in denen Frauen stark vertreten sind, gehören unter anderem der Handel, die Pflege, die Reinigung sowie das Bildungswesen. Im Gegensatz dazu dominieren Männer in Berufen wie Industrie, Bau, IT und Transportwesen. Diese Informationen stammen von kleinezeitung.at.
Eine detaillierte Betrachtung zeigt, dass von insgesamt 123 Berufsuntergruppen 23 als Frauenberufe, 45 als Männerberufe und 55 als Mischberufe klassifiziert sind. In den Mischberufen sind die Geschlechterverhältnisse beinahe ausgeglichen, während in Berufen wie Juristen, Ärzten und Architekten ähnliche Anteile von Frauen und Männern zu verzeichnen sind.
Wirtschaftliche Benachteiligungen in Frauenberufen
Trotz der hohen Anzahl an Frauen in diesen Berufen gibt es gravierende wirtschaftliche Unterschiede. Frauenberufe zahlen im Durchschnitt 14 Prozent weniger pro Bruttostunde als Männerberufe und sogar 18 Prozent weniger als die Mischberufe. Diese Diskrepanz ist ein zentrales Thema in der Debatte um die Gleichstellung am Arbeitsmarkt. So kritisiert die Ökonomin Sophie Achleitner die schlechte Bezahlung und die unzureichende gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufe. Laut dem Momentum Institut sind mehrere Maßnahmen nötig, um die Situation zu verbessern: die Steigerung der Löhne in Frauenberufen, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch einen Ausbau der Kinderbetreuung sowie die Einführung einer verpflichtenden Väterkarenz.
In Deutschland zeigt eine Statista-Grafik, dass viele Berufe stark geschlechtsspezifisch besetzt sind. Der Frauenanteil in erzieherischen und sozialen Berufen beträgt beispielsweise 83,9 Prozent, während in typischen Männerberufen wie dem Bauwesen der Frauenanteil nur 1,8 Prozent beträgt. MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die traditionell von Männern dominiert werden, zeigen, dass weiblich konnotierte Berufe oft schlechter bezahlt sind. Der jährlich stattfindende Girls Day soll Mädchen ermutigen, in diese Berufe einzusteigen, jedoch berichten Kritiker, dass diese Initiative bisher nur begrenzte Erfolge erzielt hat, was die Gleichstellung angeht.
Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt
Die Bundesstiftung Gleichstellung thematisiert ebenfalls die geschlechtsspezifische Entlohnung und die Segregation am Arbeitsmarkt. Studien zeigen, dass die starke Trennung zwischen Männer- und Frauenberufen nicht nur in der Aufteilung von Berufszweigen, sondern auch in den Verdienstunterschieden deutlich wird. Diese Geschlechtersegregation hat tiefgreifende Auswirkungen auf die beruflichen Chancen von Frauen und Männern.
Ein abschließender Gedanke: Es besteht ein klarer Handlungsbedarf, um die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt zu fördern. Diese Maßnahmen könnten nicht nur die Löhne in Frauenberufen anheben, sondern auch dazu beitragen, dass mehr Frauen und Männer in Berufe eintreten, die bisher stark geschlechtsspezifisch besetzt sind.