Am 3. Februar ereignete sich ein dramatischer Vorfall im Aufzug eines Wohngebäudes in Mumbai, Indien. Wie Kurier berichtet, explodierten mehrere mit Gas gefüllte Luftballons, was zu einem Feuerball im Aufzug führte. Verletzt wurden eine 21-jährige Studentin und ein 32-jähriger Lieferant der Ballons. Die Studentin war zu Besuch bei Verwandten in Mumbai und hatte ein kleines Gepäckstück. Überwachungsvideos zeigen, wie sie in den Aufzug einsteigt, gefolgt von einem Mann, der mehr als zehn weiß-goldene, gasgefüllte Ballons bei sich hatte. Diese Ballons waren für eine Geburtstagsfeier im 10. Stock des Gebäudes bestellt.
Die Explosion ereignete sich, als ein zweiter Mann den Aufzug betrat und die Türen sich schlossen. Sofort füllte sich der Aufzug mit Flammen, und alle drei Fahrgäste flohen in geduckter Haltung aus dem Aufzug. Die Studentin erlitt Verbrennungen zweiten Grades an Händen, Hals und Bauch. Der Lieferfahrer wurde ebenfalls verletzt ins Krankenhaus gebracht, während der zweite Mann unverletzt blieb. Die Behörden haben Ermittlungen gegen den Verkäufer der Partyballons und den Lieferservice eingeleitet, da es Verdachtsmomente gibt, dass die Ballons Wasserstoff enthielten, ein hochentzündliches Gas.
Wasserstoff und seine Gefahren
Wasserstoff wird in vielen Bereichen eingesetzt, darunter die Eisenerzeugung, der öffentliche Personennahverkehr und die Energieversorgung von Heizungen. In Deutschland bauen Gasversorger ein Wasserstoffkernnetz zur flächendeckenden Verteilung auf. Jedoch birgt Wasserstoff ein höheres Gefährdungspotenzial als Erdgas (Methan) hinsichtlich Brand- und Explosionsgefahren, wie etem erläutert. Der Explosionsbereich von Wasserstoff reicht von 4,0 % bis 77 %, während Methan einen kleineren Bereich hat.
Besonders gefährlich ist, dass Wasserstoffflammen bei Tageslicht unsichtbar sind und das Entweichen von Wasserstoff schneller erfolgt, da seine Moleküle kleiner sind als die von Methan. Dies führt zu einer hohen Brandgefahr, da sich explosionsfähige Atmosphären bilden können. Um diese Risiken zu minimieren, müssen in Bereichen mit Wasserstoff spezielle Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie die Kennzeichnung von Arbeitsbereichen und die Verwendung explosionsgeschützter Geräte.
Sicherheitsmaßnahmen und Forschung
Die BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) fokussiert sich auf den sicheren Betrieb von Wasserstoffanlagen und die Entwicklung von Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem sicherheitstechnische Eigenschaften von Wasserstoff, Unfallszenarien und die Implementierung von Explosionsschutzkonzepten. In Forschungseinrichtungen werden verschiedene Szenarien getestet, um explodierende Wasserstoffgemische besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen auszuleiten, wie BAM darlegt.
Wasserstoff kann bei unsachgemäßer Handhabung zu gefährlichen Situationen führen. Die Entzündung von Wasserstoff kann sowohl Flammenstrahlen als auch Gaswolkenexplosionen verursachen, was die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen und die Berücksichtigung sicherheitstechnischer Kenngrößen in der Entwicklung von Wasserstoffanlagen unterstreicht. Daher ist die Gefährdungsbeurteilung beim Einsatz von Wasserstoff unerlässlich, um Risiken zu minimieren und die Sicherheit zu gewährleisten.