E-Fahrzeuge im Aufwind: Niederlande führen Null-Emission-Zonen ein!
Am 8.10.2025 informieren wir über die Initiative "Clean Cities", die den Umstieg auf elektrische Mobilität in Europa unterstützt und Null-Emissions-Zonen fördert.

E-Fahrzeuge im Aufwind: Niederlande führen Null-Emission-Zonen ein!
Die Initiative „Clean Cities“, die von der NGO „T&E“ ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, europäische Städte bei der Umstellung von fossiler auf elektrische Mobilität zu unterstützen. Ein bahnbrechendes Ergebnis dieser Initiative sind die ersten Zero-Emission-Zones-Freight (ZEZ-F), die 2023 in den Niederlanden eingerichtet wurden. In diesen Zonen ist die Warenzustellung ausschließlich elektrisch erlaubt, was erhebliche Auswirkungen auf den Markt für Elektrofahrzeuge hat. Laut Ökonews stiegen die Neuzulassungen von E-Vans in den Niederlanden um 78,4 %, während die Neuzulassungen von E-Lastwagen sogar um 187,6 % zunahmen. Im Vergleich dazu liegt der EU-Durchschnitt der Neuzulassungen von E-Vans bei 8,5 % und von E-Lastwagen bei 46,1 %.
In den Niederlanden sind nun ein Viertel aller E-Lastwagen in der gesamten EU zugelassen. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit der allgemeinen Verlagerung zu null-emissions Lieferungen. Die Empfehlungen von „Clean Cities“ fordern schnellstmöglich eine Ausweitung von ZEZ-F durch Stadtregierungen, um den Übergang zur elektrischen Mobilität weiter zu beschleunigen.
Null-Emissions-Zonen in Europa
Städte scheinen bereit zu sein, schnellere Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrs umzusetzen als ganze Länder. Dies zeigt sich in der Einführung ehrgeizigerer Ziele, die über die bestehenden europäischen und nationalen Politiken hinausgehen. In Europa sind derzeit insgesamt 35 ZEZs geplant, wobei erste Zonen bereits aktiv sind. Studien belegen, dass solche ZEZs die CO2-Emissionen von betroffenen Fahrzeugen um bis zu 90 % reduzieren können. Außerdem können sie die Luftverschmutzung durch Fahrzeuge um mehr als 90 % für Stickstoffdioxid (NO2) und über 40 % für Feinstaub (PM2.5) senken, wie Transport & Environment berichtet.
Die steigende Einführung von null-emissions Lieferwagen hat zur Folge, dass diese Fahrzeuge in den meisten Teilen Europas bereits günstiger im Betrieb sind. Die städtischen Initiativen schaffen bereits frühzeitig genug die Nachfrage für E-Vans, was eine Steigerung der Produktion zur Folge hat.
Herausforderungen im Verkehrssektor
In Deutschland sind die Emissionen des Verkehrssektors 2019 auf 165 Millionen Tonnen CO2 angestiegen, was nahezu dem Niveau von 1990 entspricht. Der Verkehr stellt damit rund ein Fünftel der energiebedingten Treibhausgasemissionen dar. Obwohl die Emissionen 2020 pandemiebedingt auf 145 Millionen Tonnen sanken, stiegen sie 2022 wieder auf 148 Millionen Tonnen, was das Klimaziel um 9 Millionen Tonnen überschreitet. Dies verdeutlicht den Druck, bis 2030 die Emissionen auf 85 Millionen Tonnen CO2 zu senken, was eine fast 50-prozentige Reduzierung innerhalb eines Jahrzehnts erfordert, wie bpb anmerkt.
Aktuell stammen 96 % der Treibhausgasemissionen im Verkehr aus dem Straßenverkehr, wobei 61 % auf Pkw und 36 % auf Lkw entfallen. Hinzu kommt, dass der motorisierte Individualverkehr 75 % der Personenkilometer ausmacht und der Verkehrsaufwand in den letzten Jahren gestiegen ist. Während Elektrofahrzeuge fast 30 % der Neuzulassungen in Deutschland ausmachen, liegt der Gesamtanteil jedoch nur bei 1,3 %. Eine wesentliche Herausforderung bleibt der hohe Verbrauch von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen, die häufig wie Verbrenner genutzt werden, was die Emissionseinsparungen verringert.
Um die Klimaziele zu erreichen, ist eine tiefgreifende Transformation der Mobilitätsbranche notwendig. Neben der Förderung von öffentlichem Verkehr und Radverkehr sind auch Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung und Effizienzsteigerung von Bedeutung. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs muss neben den Investitionen in Straßenbaumaßnahmen vorangetrieben werden, um eine nachhaltige Verkehrswende zu ermöglichen.
Um die Luftqualität zu verbessern und die Klimaziele zu erreichen, sind konkrete Schritte hin zu mehr elektrischer Mobilität von essenzieller Bedeutung. Der Erfolg der Zero-Emission-Zonen könnte dabei als Vorbild für andere Städte in Europa dienen.