Neue Forschungsergebnisse zeigen besorgniserregende Entwicklungen in der CO₂-Bilanz der deutschen Wälder. Laut einem aktuellen Factsheet, das von über 100 Forschern erarbeitet wurde, nehmen diese Wälder nicht mehr die Rolle als CO₂-Senken ein, die sie früher innehatten. Stattdessen haben sie sich aufgrund von Dürren und Schädlingsbefall in CO₂-Emittenten gewandelt. Dies betrifft etwa ein Drittel der Landfläche Deutschlands, die bewaldet ist, und stellt eine alarmierende neue Realität im Umgang mit Treibhausgasemissionen dar. Ökonews berichtet, dass diese Probleme nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder betreffen.
Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der CO₂-Abscheidung zeigen, dass CO₂-Restmengen – jene Emissionen, die technisch oder wirtschaftlich nicht vermeidbar sind, wenn alle anderen Emissionen auf null gesenkt werden – in Deutschland offenbar unterbewertet werden. Der Dringlichkeit, effektive Technologien zur CO₂-Entnahme zu entwickeln, wird in der Fachliteratur immer mehr Beachtung geschenkt.
CO₂-Abscheidungstechnologien im Fokus
Direkte Lufterfassung (DAC) hat sich als vielversprechende Methode zur CO₂-Reduktion herauskristallisiert. Diese Technologie funktioniert jedoch nur effizient bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Die technische Machbarkeit und die Kosten sind entscheidende Faktoren für ihren breiteren Einsatz. Ein aktueller Überblick über Technologien zur Kohlenstoffabscheidung (CCUS) schätzt, dass DAC eine Effizienz von 85-95 % bietet, jedoch mit Kosten zwischen 100 und 200 USD pro Tonne CO₂ verbunden ist. Sigma Earth hebt hervor, dass weltweit über 50 CCUS-Projekte jährlich mehr als 50 Millionen Tonnen CO₂ abscheiden.
Die etablierten Technologien zur Kohlenstoffabscheidung umfassen unter anderem Nachverbrennung, Vorverbrennung und Oxy-Fuel-Verbrennung, die alle unterschiedliche Effizienz- und Kostenprofile aufweisen. Diese Technologien sind entscheidend für die Erreichung internationaler Klimaziele bis 2025, insbesondere in schwer reduzierbaren Sektoren wie der Stromerzeugung sowie der Zement- und Stahlproduktion.
Die Herausforderungen der CO₂-Reduktion
Trotz der Fortschritte bei der Entwicklung neuer CO₂-Absorptionstechniken bleibt der hohe Energiebedarf, vor allem bei DAC- und Oxyfuel-Systemen, eine große Herausforderung. Weitere Punkte sind die Materialbeständigkeit von Sorbentien, die Integration in bestehende Infrastrukturen sowie die Wirtschaftlichkeit der Verfahren. Innovative Ansätze, zum Beispiel mithilfe von künstlicher Intelligenz zur Entdeckung neuer Sorptionsmittel, könnten jedoch helfen, die Effizienz der Prozesse zu steigern und die Implementierung zu erleichtern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuelle Situation in den deutschen Wäldern und die Herausforderungen sowie Fortschritte im Bereich der CO₂-Abscheidung eng miteinander verbunden sind. Der Klimawandel und die Erderwärmung, die primär durch die Verbrennung fossiler Energien vorangetrieben werden, stellen die Menschheit vor immer neue Probleme. Es bleibt abzuwarten, wie schnell geeignete Technologien entwickelt und implementiert werden können, um den dramatischen Veränderungen entgegenzuwirken.