In den Chefetagen weltweit zeichnet sich ein gespaltenes Bild ab, während Unternehmen trotz sinkenden Konjunkturoptimismus versuchen, Umsätze und Margen zu steigern. Laut der jüngsten Umfrage von EY sinkt der Anteil optimistischer CEOs von 84% auf 68% innerhalb von nur vier Monaten. Besonders alarmierend ist, dass lediglich 24% der CEOs eine positive konjunkturelle Entwicklung für 2026 erwarten, was einen Rückgang im Vergleich zu 35% im September 2025 darstellt. Dennoch glauben die meisten CEOs an Umsatz- und Margensteigerungen im kommenden Jahr, wobei 38% sehr optimistisch und 54% eher optimistisch sind. Diese Ergebnisse stammen aus der „CEO Outlook Survey Jänner 2026“, die auf Befragungen von 1.200 CEOs aus verschiedenen Branchen basiert, die zwischen Dezember 2025 und Jänner 2026 durchgeführt wurden berichtet Leadersnet.
In Deutschland ist die Stimmung unter den CEOs ebenfalls getrübt. Nur 72% der deutschen Unternehmenslenker rechnen für ihr Unternehmen mit Wachstum in den kommenden drei Jahren, ein Rückgang gegenüber 77% im Vorjahr. Im internationalen Vergleich zeigen sich Führungskräfte optimistischer: 79% erwarten Wachstum in ihren Unternehmen. Anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten zwingen viele Unternehmen dazu, ihre Wachstumsstrategien neu auszurichten. Zudem glauben über die Hälfte der deutschen CEOs, dass größere Übernahmen der wahrscheinlichste Schritt für zukünftige Beziehungen sind. Diese Erkenntnisse stammen aus dem KPMG CEO Outlook 2025, in dem weltweit 1.350 Unternehmensleiter befragt wurden, darunter 125 aus Deutschland.
Investitionen im Wandel
Ein zentrales Thema in den Unternehmensstrategien ist die Künstliche Intelligenz (KI). Sie wird als zentraler Wettbewerbsfaktor für 2026 angesehen. Mehr als die Hälfte der CEOs planen, Investitionen in KI zu erhöhen. 20% berichten von übertroffenen Erwartungen durch KI, während 58% von leichter Übererfüllung berichten. Nur 3% haben negative Erfahrungen gemacht. Dennoch haben 83% der CEOs ihre Investitionsplanung aufgrund geopolitischer Risiken angepasst. Von diesen haben 31% geplante Investitionen gestoppt, während 40% Projekte beschleunigt haben und 22% in neue Märkte investiert haben stellt PwC fest.
Regionale Unterschiede sind deutlich zu erkennen. In den letzten Umfragen gaben 60% der chinesischen CEOs an, Projekte vorzuziehen, gefolgt von 48% in Südkorea und 46% in Japan. Im Gegensatz dazu zeigen sich westliche Unternehmen zurückhaltender. Trotz der Unsicherheiten plant fast die Hälfte der Befragten (53%) M&A-Transaktionen, was einen Anstieg gegenüber 48% vor vier Monaten darstellt. Nordamerika bleibt das bevorzugte Investitionsziel, wobei 34% der CEOs planen, in die USA zu investieren, gefolgt von Kanada und Deutschland (jeweils 18%) und Großbritannien (17%).
Die Herausforderung der Transformation
Die Geschwindigkeit der organisatorischen Transformation bleibt eine der größten Sorgen der CEOs. 57% der deutschen CEOs fürchten, nicht schnell genug zu transformieren, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten, was über dem globalen Durchschnitt von 42% liegt. Eine weitere wichtige Fragestellung ist die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in einer ungewissen Zukunft, worüber 38% der deutschen CEOs besorgt sind wie PwC hervorhebt.
Insgesamt zeigt sich, dass die CEOs, obwohl sie von einem stark ausgeprägten Optimismus in der Vergangenheit geprägt waren, heute mit einem Mix aus Chancen und Herausforderungen umgehen müssen. Das Jahr 2026 könnte somit ein entscheidendes Jahr werden, um zu prüfen, wie Unternehmen erfolgreich mit den skizzierten Herausforderungen umgehen.