In der Nacht auf Donnerstag hat Russland die Ukraine erneut mit massiven Angriffen überzogen. Die Hauptstadt Kiew und die Hafenstadt Odessa waren besonders stark betroffen. Laut vienna.at wurden durch die Angriffe schwere Schäden verursacht und mehrere Verletzte gemeldet. In Kiew verletzten die Bombardierungen zwei Personen, einer davon schwer, während ein weiterer Verletzter aus Odessa zu beklagen ist, der unter einem massiven Drohnenangriff leidet.
Die Angriffe konzentrierten sich erneut auf Infrastrukturobjekte sowie private Wohnhäuser. Kiew leidet seit Wochen unter gravierenden Problemen mit der Energieversorgung, sowohl in Bezug auf Strom als auch auf Heizung. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass in Kiew bereits 5.635 Hochhäuser ohne Heizung sind. Die Wasserversorgung am linken Ufer des Dnipro ist ebenfalls ausgefallen, was die Situation im Winter zusätzlich verschärft. Andererseits berichtete der Gouverneur von Odessa, Serhej Lyssak, dass nach einem Einschlag in einem neunstöckigen Wohnhaus 23 Personen psychologische Hilfe benötigen.
Auswirkungen auf die Energieversorgung
Die systematischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine führen zu Dunkelheit und Kälte für Millionen von Menschen. Besonders in Kiew wird die Lage als äußerst kritisch wahrgenommen, da die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich liegen. Der Energienetz ist derart geschwächt, dass es täglich zu stundenlangen Stromausfällen kommt. Notunterkünfte wurden eingerichtet, um Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aufzuwärmen, Wasser zu holen und ihre Handys aufzuladen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Volker Turk kritisierte Russlands Vorgehen als „grausam“ und als Bruch des Kriegsrechts, was die internationale Gemeinschaft alarmiert.
In der Ukraine gehen die Kämpfe und Angriffe ins vierte Kriegsjahr. Wie CARE berichtet, sind die Energie- und Verkehrsinfrastrukturen stark beschädigt. Millionen Menschen sind gefährdet, ohne Strom, Heizung und Wasser zu bleiben. Die Hilfsorganisation fordert internationale Unterstützung, um eine großflächige humanitäre Krise zu vermeiden.
Kritik und internationale Reaktionen
Der Leiter der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, warnte, dass die Angriffe auch die Stromversorgung mehrerer Atomkraftwerke beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde das AKW Tschernobyl vom Netz getrennt, was angesichts der dort lagernden radioaktiven Abfälle besorgniserregend ist. Auch die Stromversorgung anderer Anlagen wird bedroht, was das Risiko einer Nuklearkatastrophe erhöht. Das AKW Saporischschja, das seit März 2022 unter russischer Kontrolle steht, ist ein weiteres Sorgenkind in dieser schwierigen Lage.
Hilfsorganisationen wie CARE haben einen Winterhilfsplan aufgestellt, der darauf abzielt, 1,7 Millionen Menschen zu unterstützen, von denen 77% in unmittelbarer Nähe der Front leben. Es wird geschätzt, dass etwa 900.000 Menschen sofortige Hilfe benötigen, um die kalten Temperaturen zu überstehen. Die Schadensberichte aus der Ukraine sind erschreckend und verdeutlichen die Dringlichkeit der Situation. Der kommende Winter zeichnet sich als besonders hart ab und die Lage könnte sich weiter verschärfen, wenn nicht baldige Maßnahmen ergriffen werden.