Am 13. Januar 2026 hat die syrische Armee in Aleppo neue militärische Sperrzonen eingerichtet, nachdem schwere Gefechte zwischen den Regierungstruppen und den Kurdischen Demokratischen Kräften (SDF) abgeklungen sind. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana veröffentlichte eine Karte, die die neuen Sperrzonen dokumentiert. Die syrische Armee beschuldigte die SDF, sich militärisch in den Städten Tayr Harfa und Maskanah reorganisiert zu haben, zusammen mit der PKK und Resten der ehemaligen Assad-Regierung. Die Zivilbevölkerung wurde aufgefordert, sich von den Stellungen der SDF fernzuhalten, während alle bewaffneten Gruppen angehalten wurden, sich östlich des Euphrats zurückzuziehen. Die SDF wiesen diese Vorwürfe jedoch zurück und betonten, dass es in den genannten Gebieten keine militärischen Bewegungen gegeben habe [vienna.at] .
Die letzten Gefechte in Aleppo, die am Dienstag begann, kosteten mindestens 22 Menschenleben und führten dazu, dass rund 155.000 Bewohner aus den Stadtvierteln Scheich Maksud und Aschrafijeh flohen. Die syrische Armee gab an, die Kontrolle über die gesamte Stadt zurückerlangt zu haben, was allerdings von kurdischen Milizen bestritten wurde. Während die syrische Armee erklärte, dass alle Militäraktionen in den betroffenen Stadtteilen abgeschlossen seien, wiesen die Kurden diese Behauptungen zurück und betonten, dass sie weiterhin gegen Angriffe kämpfen würden [zdfheute.de] .
Hintergrund der Konflikte
Der anhaltende Streit über die Eingliederung kurdischer Organisationen in die syrische Zentralregierung ist ein zentraler Punkt der Konflikte. Ein im März 2025 angestrebtes Abkommen zur Integration der kurdischen Institutionen in den neuen Regierungsapparat wurde bislang nicht umgesetzt. Diese unklare Situation trägt dazu bei, dass Vertrauen zwischen den Kurden und der syrischen Übergangsregierung stark erschüttert ist, trotz der gemeinsamen Feindschaft gegen den ehemaligen Diktator Baschar al-Assad. Allein in den letzten Monaten sind aufgrund der Kämpfe Tausende geflohen, und Berichte über die extremen Lebensbedingungen in den Konfliktgebieten häufen sich [tagesschau.de] .
Zusätzlich sind die Lebensbedingungen für viele Bewohner in Aleppo katastrophal. Sultana Ibrahim, eine 41-jährige Kurdin, schildert das Fehlen von Wasser und Strom sowie Hunger unter den Kindern, während der anhaltende Kampf um Kontrolle und Einfluss in der Region die Situation weiter verschärft. Schätzungsweise haben über 140.000 Menschen die Stadt aufgrund der Kämpfe verlassen. Angesichts dieser Umstände bleibt ungewiss, ob und wann die kurdischen Kräfte sich vollständig aus Aleppo zurückziehen werden, während die syrische Übergangsregierung zunehmend drängt, die Kontrolle über die besetzten Gebiete zu festigen. Die in den letzten Monaten erlittenen massiven Verluste und die Unsicherheit über die zukünftige politische Ausrichtung Syriens werfen einen langen Schatten über die Region [vienna.at] .