In einer bemerkenswerten Wendung der diplomatischen Bemühungen haben Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA am Freitag in Abu Dhabi erstmals direkte Gespräche zur Lösung des andauernden Konflikts in der Ukraine begonnen. Diese Verhandlungen, die unter der Vermittlung der USA stattfanden, konzentrieren sich auf zentrale Territorialfragen und den schier unerbittlichen Krieg, der nun seit fast vier Jahren andauert. Wie oe24 berichtet, fordert Russland den Rückzug der ukrainischen Armee aus der gesamten Donbass-Region, die als Schlüsselgebiet betrachtet wird.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Kontrolle über den Donbass als „sehr wichtige Bedingung“ für einen langfristigen Frieden. Kiew hingegen kontrolliert ungefähr 20 Prozent dieser strategisch bedeutsamen Region und lehnt eine Abtretung ab. Ukrainscher Botschafter Wassyl Chymynez äußerte Hoffnungen auf einen Durchbruch und stellte einen 20-Punkte-Plan für Frieden vor, dabei betonte er die Unnachgiebigkeit der Ukraine in Bezug auf Gebietsverluste, da jeder Rückzug den Aggressor nur zu weiteren Handlungen ermutigen würde.
Aktuelle Konfliktsituation
Während die diplomatischen Gespräche beginnen, setzt Russland weiterhin seine militärischen Angriffe auf die Ukraine fort. In der Region Charkiw wurden bei diesen Attacken drei Menschen getötet. In Kiew sind Tausende Menschen aufgrund von russischen Angriffe ohne Strom und kämpfen bei minus 20 Grad Celsius. Wie Tagesschau berichtet, hat die EU die Lieferung von 447 Notstromaggregaten nach Kiew angekündigt, um die kritische Energieversorgung bedeutsam zu unterstützen.
Schätzungen zufolge haben Millionen Menschen in der Ukraine derzeit keinen Zugang zu Strom, und in Kiew stehen 4.000 Gebäude ohne Heizung da. Dies wurde von EU-Kommissarin Hadja Lahbib scharf kritisiert, da Russlands Vorgehen als bewusste Entziehung von Wärme und grundlegenden Versorgungsleistungen für Zivilisten während des Winters betrachtet wird.
Ausblick auf die Verhandlungen
In den bevorstehenden Gesprächen wurden von ukrainischer Seite auch Sicherheitsgarantien angesprochen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte während des Weltwirtschaftsforums in Davos, dass es zu früh für Schlussfolgerungen sei und betonte, dass Russland bereit sein müsse, den Krieg zu beenden, um zu einem Friedensschluss zu gelangen. Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperten äußern jedoch Zweifel an der Kompromissbereitschaft von beiden Seiten, zumal viele den Willen Moskaus hinterfragen, ernsthaft eine Lösung anzustreben.
Die Gespräche in Abu Dhabi werden am nächsten Tag fortgesetzt, wobei die einzelnen Details der Verhandlungen noch nicht bekannt gegeben wurden. Beobachter in Moskau berichten von einer Atmosphäre der Nervosität und Anspannung, was auf die Unsicherheit der künftigen Entwicklungen im Konflikt hinweist. Weitere Entwicklungen sind auch möglich, da der Sondergesandte der Trump-Administration, Steve Witkoff, nach Moskau reist, um Putin zu treffen, was der Situation zusätzlich Komplexität verleiht, wie ZDF berichtet.