ArbeitMitteReiseSchule

Hühner für Afghanistan: Hoffnung im Kampf gegen Armut und Klimawandel

Afghanistan steht vor enormen Herausforderungen, die sowohl durch jahrzehntelange Konflikte als auch durch den Klimawandel bedingt sind. Besonders betroffen ist das Dorf Agli, wo die Einwohner unter extremen Wetterbedingungen leiden. Der Regen ist rar, während Fluten immer häufiger auftreten. Im Mai 2023 wurden im Dorf drei Flutopfer beerdigt, was die prekären Verhältnisse verdeutlicht. Die Reise von Kabul nach Baghlan gestaltet sich schwierig; sie dauert etwa sechs Stunden und führt über eine in schlechtem Zustand befindliche Straße. Claudia Peppmüller vom Friedensdorf International ist seit 1988 in Afghanistan aktiv und setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen ein.

Gemeinsam mit der Caritas Flüchtlingshilfe hat das Friedensdorf 5000 Hühner für bedürftige Familien finanziert. In Agli, wo keine Stromversorgung und kein fließendes Wasser vorhanden ist und die nächste Gesundheitsstation zwei Stunden entfernt liegt, leben 140 Familien, die gegen die Folgen des Klimawandels ankämpfen. Aufgrund der widrigen Umstände haben bereits 70 Familien das Dorf verlassen, um in Baghlan ein neues Leben zu beginnen. Abdul Samad, ein älterer Dorfbewohner, hebt die Dringlichkeit eines neuen Brunnens für Agli hervor, um den Wassermangel zu beheben.

Humanitäre Hilfe und Projekterweiterung

Das Wohl der dorfbewohnenden alleinerziehenden Mütter wird ebenfalls berücksichtigt. Der Afghanische Rote Halbmond hat Hühner an zwölf alleinerziehende Mütter verteilt. Eine dieser Frauen, Rana, hat vier Kinder und ist mit extremer Armut konfrontiert. Das Hühnerprojekt, das bereits 500 Familien in 60 Dörfern unterstützt hat, soll 2025 ausgeweitet werden. Pläne zur Sanierung der Schule und zum Bohren eines weiteren Brunnens in Agli sind in Arbeit. In wenigen Wochen werden frisches Wasser und neue Hühner bereitgestellt, in der Hoffnung, die Lebensbedingungen der Einheimischen zu verbessern.

Kurze Werbeeinblendung

Zusätzlich wird Afghanistan von den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels nicht verschont. Experten berichten von einem Temperaturanstieg von durchschnittlich 1,8 Grad Celsius seit Mitte des 20. Jahrhunderts, was die Zunahme von Dürreperioden und die anhaltende Nahrungsmittelunsicherheit verstärkt. Zwischen 2017 und 2018 kam es zu einer Zunahme von Binnenflüchtlingen aufgrund von Dürre, und gegenwärtig sind Millionen Menschen von Hunger bedroht. Laut dem Welternährungsprogramm wird ein jährliches Budget von 200 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe benötigt.

Die Taliban erlauben humanitäre Unterstützung, was jedoch von den Bedingungen abhängt, die sie schaffen. Frauen sind von den klimabedingten Herausforderungen besonders betroffen, da sie oft für die Wasserversorgung und Ernährung zuständig sind. Während sich einige Organisationen wie die Weltbank aus Afghanistan zurückgezogen haben, streben andere internationale Hilfsorganisationen an, ihre Arbeit fortzusetzen. Abdul Qahar Balkhi von den Taliban hat die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen zur Bewältigung des Klimawandels betont, wobei die internationale Gemeinschaft vor der Herausforderung steht, mit den Taliban zu agieren, ohne das afghanische Volk zu benachteiligen.


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Klimawandel
In welchen Regionen?
Afghanistan
Genauer Ort bekannt?
Agli, Afghanistan
Ursache
Krieg, Klimakatastrophe
Beste Referenz
nrz.de
Weitere Quellen
dw.com

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"