Am 4. Februar 2026 meldete ein Anrufer aus München Rauchentwicklung aus dem Dachbereich eines Mehrfamilienhauses. Laut fireworld.at wurde die Feuerwehr München um 14:03 Uhr alarmiert und setzte neben den klassischen Einsatzkräften auch eine automatisierte Drohne ein. Diese innovative Technologie lieferte bereits während der Anfahrt wichtige Lagebilder aus der Vogelperspektive.
Die Drohne half, die Erkundungszeit vor Ort erheblich zu verkürzen. Zwei Trupps unter Atemschutz konnten daher zügig in das Gebäude vordringen. Der Einsatz offenbarte, dass der Grund für die Rauchentwicklung ein fehlerhaft installierter Holzkohlekamin im Erdgeschoss war. Ein Kaminkehrer wurde hinzugezogen, um die Abluftanlage zu inspizieren und zu reinigen. Die Feuerwehr konnte glücklicherweise keine Verletzten feststellen, der Sachschaden blieb unbeziffert, und die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen.
Erfahrungen mit automatisierter Drohnentechnologie
Die Feuerwehr München zieht ein positives Fazit aus dem seit Dezember 2025 laufenden Pilotbetrieb automatisierter Drohnensysteme. Laut feuerwehrmagazin.de wurden die Drohnen in über 20 Einsätzen zur ersten Erkundung genutzt, häufig sogar vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte. Die Systeme lieferten Wärmebild- und Übersichtsaufnahmen, die den Feuerwehrleuten wertvolle Informationen zur Lage vor Ort verschafften.
In den vergangenen Monaten kamen die Drohnen bei verschiedenen Einsätzen zur Anwendung, darunter ein schwerer Busunfall in Trudering und ein Küchenbrand, bei dem die Wärmebildkamera zusätzliche Erkenntnisse lieferte. Insgesamt waren die Drohnen über sechs Stunden im Einsatz und legten dabei 197 Kilometer zurück. Die Stationierung in Dockingstationen, beispielsweise auf den Feuerwachen 4 in Schwabing und 5 in Ramersdorf, ermöglicht eine schnelle Reaktionszeit, da die Drohnen 33 Sekunden nach Alarmierung automatisch starten.
Das Potenzial der Drohnentechnologie
Die Nutzung von Drohnen ist ein wachsender Trend unter den Feuerwehren in Deutschland, wie ein Bericht von feuerwehr-ub.de zeigt. Unterschiede in den finanziellen Kapazitäten der Feuerwehren bestehen, wobei viele über jährliche Budgets zwischen 5.000 und 50.000 Euro für Investitionen in der Drohnentechnologie verfügen.
Laut einer Umfrage von Droniq und dem Berliner Behördenspiegel nutzen 82 von 110 befragten Feuerwehrkräften bereits Drohnen, wobei 50 % sie regelmäßig einsetzen. Die Vorteile sind vielfältig: Von der Erkundung großer Einsatzstellen bis zur Suche nach vermissten Personen sind Drohnen mittlerweile ein effektives Werkzeug in der Gefahrenabwehr. Viele Feuerwehrleute berichten von einer signifikanten Zeitersparnis, die teilweise bis zu zwei Drittel der Einsatzzeit betragen kann.
Die Erprobung von automatisierten Drohnensystemen zeigt deutlich, dass sie als effizientes Einsatzinstrument erkannt wurden, mit großem Potenzial für zukünftige Anwendungen. Die Feuerwehr München plant die Ausdehnung ihres Drohnenprojekts auf einen dritten Standort im Kreis München im ersten Quartal 2026, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.