Heute, am 25. Januar 2026, kam es im Bosrucktunnel zu einem gefährlichen Vorfall, als zwei Mitarbeitende der ASFINAG ein Geisterfahrerfahrzeug bemerkten. Um 5:00 Uhr morgens meldeten Herta Turdo und Stefan Neudorfer, dass ein Pkw in falscher Richtung in den Tunnel fuhr. Sofort wurde die Verkehrsmanagementzentrale in Ardning informiert, die umgehend die Sperrung des Tunnels anordnete und das Lichtsignal auf Rot schaltete.
Die beiden Mautaufsichtsorgane fuhren über eine Betriebsumkehr in die entgegengesetzte Tunnelröhre, um den Geisterfahrer zu stoppen. Neudorfer schilderte, dass sie das Licht des Fahrzeuges sahen und am rechten Fahrbahnrand hielten. Mit eingeschaltetem Blaulicht und Folgetonhorn versuchten sie, den Lenker zu warnen. Trotz dieser Maßnahmen fuhr der 57-jährige deutsche Staatsbürger zunächst an ihnen vorbei, hielt jedoch kurz darauf an.
Schnelles Handeln der ASFINAG-Mitarbeitenden
Die Mitarbeitenden der ASFINAG entnahmen dem Fahrer den Autoschlüssel und fuhren mit dessen Einverständnis das Fahrzeug aus dem Tunnel. Neudorfer und Turdo warteten auf die alarmierte Autobahnpolizei aus Klaus. Der Geisterfahrer erklärte, dass eine defekte Bankomatkarte an der Mautstation der Grund für seine missliche Lage war. Während seiner Geisterfahrt, die er mit eingeschaltetem Warnblinklicht und einer Geschwindigkeit von etwa 60 bis 70 km/h durchgeführt hatte, kam es zu einer gefährlichen Situation, da er nach eigenen Angaben an sechs Fahrzeugen vorbeifuhr.
Nach der Kontrolle wurde dem Fahrer der Führerschein vorübergehend entzogen und die Weiterfahrt untersagt. Er sieht sich nun einer Anzeige wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit durch die Staatsanwaltschaft Steyr gegenüber.
Geisterfahrten: Ein ernstes Problem
Geisterfahrten sind ein ernstes Problem auf deutschen Autobahnen, wo jährlich etwa 1.700 Verkehrsunfälle aufgrund solcher Vorfälle verzeichnet werden. Häufige Ursachen für Geisterfahrten sind bewusste Wendemanöver auf der Autobahn und das Fahren unter Alkoholeinfluss. Diese Vorfälle beginnen oft an Autobahnanschlussstellen sowie im Bereich von Abfahrten und Auffahrten.
Um das Risiko von Geisterfahrten zu minimieren, sind verschiedene Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich. Dazu zählen verstärkte Verkehrszeichen, gut erkennbare Beschilderungen sowie technische Lösungen wie Fahrbahnkrallen, Induktionsschleifen und Funksensoren. Obwohl solche Maßnahmen die Verkehrssicherheit erhöhen könnten, scheitert deren flächendeckende Einführung oft an den hohen Kosten.
Das Bundeswirtschaftsministerium fördert daher Kooperationsprojekte wie Ghosthunter I und II, die zwischen verschiedenen Institutionen, wie der Universität der Bundeswehr München und der Universität Stuttgart, entstanden sind. Ziel dieser Projekte ist es, innovative Lösungen zur Vermeidung von Geisterfahrten zu entwickeln und die Sicherheit auf Autobahnen zu erhöhen sowie Unfälle zu reduzieren. Die Erkenntnisse aus den Projekten sollen in Form von Veröffentlichungen und Konferenzbeiträgen präsentiert werden.
Der Vorfall im Bosrucktunnel erinnert einmal mehr an die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Gefahren von Geisterfahrten zu schärfen und die Sicherheit auf unseren Straßen kontinuierlich zu verbessern.
Für weitere Informationen zu diesem Thema, siehe die Berichterstattung von Kleine Zeitung, Nachrichten.at und IIGS.