In den letzten Jahren hat Bargeld in Deutschland zunehmend an Bedeutung verloren, wie vienna.at berichtet. Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor den Konsequenzen der abnehmenden Bargeldakzeptanz, insbesondere in Selbstbedienungskassen von Supermärkten, Drogerien und Baumärkten. Diese Entwicklung führt dazu, dass Kunden immer wieder mit längeren Wartezeiten konfrontiert werden und ohne elektronische Zahlungsmittel Schwierigkeiten bei alltäglichen Besorgungen haben.
Besonders betroffen sind Personen, die keinen Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden haben, darunter Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Für diese Gruppen könnte es schwierig werden, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Verbraucherschützer fordern daher eine gesetzliche Verpflichtung zur Bargeldannahme. Bargeldzahlungen sollten auch bei modernen Technologien wie Ticket- und Parkscheinautomaten ermöglicht werden, und eine Mindestquote von Kassen, die Bargeld akzeptieren, ist geplant. Ausnahmen sollen nur in engen Grenzen zulässig sein, etwa wenn große Geldscheine im Verhältnis zum Kaufpreis verwendet werden oder wenn kein Wechselgeld vorhanden ist.
Akzeptanz von Bargeld in Deutschland
Trotz der herausfordernden Lage ist Bargeld nach wie vor das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland, so die Bundesbank auf ihrer Webseite. Laut einer umfassenden Studie wurden im Sommer 2025 rund 2.060 Testkäufe in verschiedenen Branchen, einschließlich Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen, durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass 99,4 Prozent der Verkaufsstellen Bargeld akzeptieren und in 98,7 Prozent der Fälle war eine Barzahlung direkt im ersten Anlauf möglich.
Die Akzeptanz von Bargeld bleibt also aktuell gewährleistet, unabhängig von der Unternehmensgröße oder Branche. Dennoch bergen die zunehmende Verbreitung von Selbstbedienungskassen und der schrittweise Ersatz von personalbesetzten Kassen die Gefahr, dass diese Werte gefährdet werden. Die Bundesbank setzt sich aktiv dafür ein, dass Bargeld auch in Zukunft als Zahlungsmittel verfügbar bleibt.
Zukunft der Bargeldnutzung
Die Herausforderungen, die durch die Digitalisierung und den Trend zu Selbstbedienungssystemen entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Es wird erwartet, dass in naher Zukunft ein starkes Wachstum von SB-Kassen in Supermärkten und anderen Bereichen stattfinden wird. Diese Entwicklung könnte tatsächlich dazu führen, dass die Bargeldakzeptanz schlechter wird, was schließlich zu massiven Veränderungen im Zahlungsverhalten der Kunden führen könnte. Dies wurde auch durch eine zusätzliche Testreihe von Bargeldakzeptanz bei Behörden und im öffentlichen Nahverkehr bestätigt, wo 8 von 30 Fällen keine Barzahlung zuließen.
Die Bundesbank investiert darüber hinaus in ein zukunftsfähiges Filialnetz, um die Bargeldversorgung in Deutschland aufrechtzuerhalten. Es wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, Bargeld als ein wichtiges Instrument für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe zu wahren. In einer Zeit, in der digitale Zahlungsmethoden immer mehr an Verbreitung gewinnen, ist es entscheidend, die Balance zwischen neuer Technologie und den traditionellen Zahlungsmethoden zu finden.
Insgesamt steht die Bargeldakzeptanz in Deutschland an einem Wendepunkt. Die kommenden Jahre könnten entscheidend dafür sein, wie sich das Zahlungsverhalten der Bevölkerung verändern wird und welche Rolle Bargeld noch im Alltag spielen kann. Die Verbraucher müssen gefordert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die anhaltende Unterstützung für Bargeld könnte entscheidend dazu beitragen, dass es weiterhin als sicheres und zugängliches Zahlungsmittel für alle bleibt.