Helmuth Rilling, der bedeutende deutsche Kirchenmusiker, Dirigent und Musikpädagoge, ist am 11. Februar 2026 im Alter von 92 Jahren in Warmbronn verstorben. Rilling wurde am 29. Mai 1933 in Stuttgart geboren und hinterlässt ein beeindruckendes Erbe in der Welt der klassischen Musik, insbesondere durch seine intensive Auseinandersetzung mit den Werken von Johann Sebastian Bach. Kleine Zeitung berichtet, dass Rilling bis 2013 die Internationale Bachakademie Stuttgart leitete, eine Institution, die er 1981 gründete und die zur Wiederbelebung und Verbreitung der Bach-Musik maßgeblich beigetragen hat.

Rilling prägte Generationen von Musikerinnen und Musikern weltweit. Vielen von ihnen bot seine Arbeit den ersten Zugang zu Bachs reichhaltigem Werk. Seine leidenschaftliche und perfektionistische Herangehensweise an die Musik wird oft hervorgehoben. Obwohl er Spitznamen wie „Bach-Papst“ oder „schwäbischer Evangelist“ nicht mochte, bezeichnete er sich selbst als Musiker und setze sich zeitlebens für die geistliche Musik ein. Nach seinem Abitur im Jahr 1952 am Evangelischen Seminar im Stift Urach studierte Rilling an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und verbrachte auch Zeit in Rom.

Ein Leben der musikalischen Entfaltung

Die Gründung der Gächinger Kantorei im Jahr 1954 in der Schwäbischen Alb markierte den Beginn einer bemerkenswerten Karriere, die Rilling bis ins internationale Rampenlicht führte. Fünf Jahre später folgte die Gründung des Bach-Collegium Stuttgart, und ab 1966 begann seine bedeutende Lehrtätigkeit an der Frankfurter Musikhochschule. Zwischen 1970 und 2013 war er künstlerischer Leiter des Oregon Bach Festivals, wo er die Aufführung und das Verständnis von Bachs Musik in den USA stark voranbrachte. Wikipedia informiert, dass Rilling als erster Dirigent sämtliche geistlichen Bachkantaten aufnahm und damit eine Schallplattenreihe schuf, die Zeitgeschichte dokumentiert.

Rilling, Sohn einer Musikerfamilie und einer theologischen Familie, machte es sich zur Aufgabe, die tiefe Verbindung zwischen Musik und Religion zu fördern, eine Idee, die auch von Martin Luther hervorgehoben wurde. Laut Sonntagsblatt wird Musik oft als gelebter Glaube betrachtet, der die lutherische Theologie in die Herzen der Menschen trägt. Rilling sah sich diesem Erbe verpflichtet und vermittelte die Schönheit der geistlichen Musik mit vollem Einsatz.

Ein bleibendes Vermächtnis

Sein Lebenswerk zeigt sich in der Vielzahl an Auszeichnungen, die er erhielt, darunter der Herbert-von-Karajan-Musikpreis im Jahr 2011. Rilling war auch als Lehrer aktiv und formte viele talentierte Künstler, die seinen Einfluss bis heute spüren. Sein Tod inmitten seiner Familie hinterlässt eine Lücke in der Musikerseele und der kulturellen Landschaft. Auf Millionen von Tonträgern ist sein Schaffen dokumentiert, und er bleibt unvergessen als einer der größten Vermittler von Johann Sebastian Bachs Musik.