Baden-WürttembergRhein-Neckar-Kreis

Notfallversorgung in Gefahr: Landräte schlagen Alarm über Schließungen!

Die Diskussion um die ambulante Notfallversorgung in Baden-Württemberg wird aktuell von massiver Kritik durch die Landrätinnen und Landräte von 19 Landkreisen begleitet. Anlass ist das Vorhaben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), mehrere Notfallpraxen zu schließen. Die Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung haben, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung oft entscheidend ist. Die Landräte befürchten, dass die Schließungen der Praxen die ohnehin angespannte Situation der Krankenhäuser weiter verschärfen könnten. Bereits jetzt sind die Notaufnahmen der Kliniken und der Rettungsdienst stark überlastet. Würden weitere Notfallpraxen geschlossen, drohen noch längere Wartezeiten für Patienten und eine Überlastung der bereits stark beanspruchten Krankenhausinfrastruktur. Der Mangel an Koordination zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Gesundheitswesen wird ebenfalls als kritischer Punkt hervorgehoben. Die Landrätinnen und Landräte sind sich einig, dass es dringend an der Zeit sei, die Bedürfnisse der betroffenen Regionen stärker zu berücksichtigen.

Pläne der KVBW und deren Kritik

In ihrem offenen Brief an das Sozialministerium fordern die Landräte eine gründliche Prüfung der Frage, ob die KVBW ihrem gesetzlichen Sicherstellungsauftrag gerecht wird. Der Vorwurf, dass die ambulante Notfallversorgung schleichend abgebaut wird, wird von den betroffenen Landräten lautstark erhoben. Insbesondere in ländlichen Regionen, wo schon jetzt viele Hausarztsitze unbesetzt sind, wird der Druck auf die Notfalldienste steigen. Die Entscheidung zur Schließung von Notfallpraxen, die nicht im Dialog mit den betroffenen Gemeinden getroffen wurde, verletzt aus Sicht der Landräte die Grundlagen einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung. Der Dialog zwischen den verschiedenen Beteiligten müsse gestärkt werden, um Lösungen zu finden, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung tragen. Das derzeitige Vorgehen der KVBW hinterlässt ein Gefühl der Isolation und Unzufriedenheit bei den Kommunen, deren Perspektiven bei wichtigen Entscheidungen offenbar nicht gewürdigt werden. Besonders alarmierend ist die wachsende Abhängigkeit der Bevölkerung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten, da immer mehr Menschen keine Möglichkeit haben, eine Notfallpraxis in erreichbarer Nähe zu finden. Dies führt nicht nur zu einer Gefährdung der Patientenversorgung, sondern belastet auch die Rettungskräfte und die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Die Landräte betonen, dass eine harmonisierte und vorausschauende Planung dringend notwendig sei. Neben der Überlastung der Gesundheitsinfrastruktur stellt der Mangel an Hausärzten auch eine erhebliche Herausforderung dar. Insbesondere die pädiatrische Versorgung zeigt große Lücken, die dringend geschlossen werden müssen, um die Gesundheit der jüngeren Bevölkerungsteile nicht zu gefährden. Die vorherrschende Situation erfordert ein Umdenken und eine stärkere Ansprache der gesundheitspolitischen Verantwortlichen. Der Wandel in der ambulanten Notfallversorgung muss mit den Ansprüchen der Bevölkerung in Einklang gebracht werden, um die Qualität der Gesundheitsversorgung für alle sicherzustellen. Eine erneute Diskussion und Koordination zwischen der KVBW und den Landkreisen sind unerlässlich, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Hierzu sind auch weitere Informationen nötig, die in einem umfassenden Bericht auf landfunker.de zu finden sind.


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Stuttgart, Deutschland
Quelle
landfunker.de

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