Am 5. Februar 2026 ist der Atomwaffenvertrag „New START“ zwischen den USA und Russland ausgelaufen, was alarmierende Folgen für die globale Sicherheit mit sich bringen könnte. Der Vertrag, der 2010 unter der Ägide von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew unterzeichnet wurde, stellte das letzte bedeutende Abkommen zur nuklearen Abrüstung zwischen beiden Ländern dar. Der Vertrag begrenzte die Anzahl strategischer Nuklearwaffen auf maximal 1.550 Sprengköpfe und 800 Trägerraketen. Diese Regelungen wurden im Februar 2021 um fünf Jahre verlängert, bevor der Vertrag nun ausläuft. Gemeinsam besitzen die USA und Russland rund 90 Prozent aller Atomwaffen weltweit, die Zahl der Sprengköpfe betrug zu Spitzenzeiten im Kalten Krieg 70.000.

Sicherheitsexperte Steven Pifer warnt, dass mit dem Auslaufen des Vertrags ein „gefährliches Vakuum“ entstehen könnte. Dies ist besonders bedenklich in Anbetracht der gegenwärtigen geopolitischen Spannungen. Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte, dass das Auslaufen des Abkommens ein schwerwiegendes Defizit für die globalen Interessen darstellt. Zudem erneuerte Russland den Vorschlag, die Grenzen von „New START“ für ein weiteres Jahr einzuhalten, sollte auch die USA ähnlich handeln.

Die Reaktionen der Akteure

Die US-amerikanische Reaktion bleibt bislang unklar, nachdem Donald Trump in der Vergangenheit geäußert hatte, dass er ein verbessertes und modernisiertes Abkommen anstrebe. Seine Haltung zu „New START“ war stets von der Erwartung geprägt, neue Rahmenbedingungen schaffen zu wollen, die auch andere Länder, insbesondere China, einbeziehen sollten. Während Washington eine Einbeziehung Chinas in zukünftige Atomabkommen fordert, lehnen Peking und Moskau dies ab.

Die NATO hat nach dem Auslaufen des Abkommens zu „Zurückhaltung und Verantwortung im Nuklearbereich“ aufgerufen. Ein Vertreter der NATO betonte die Bedeutung der globalen Sicherheit und die Notwendigkeit, die Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung zu gewährleisten. Ohne vertragliche Beschränkungen könnte ein neues Wettrüsten die Folge sein, wobei Sicherheitsexperten betonen, dass keine der großen Nuklearmächte derzeit die Rüstungskontrolle aktiv vorantreibt.

Sicherheitsperspektiven und Zukunftsausblick

Die Doomsday Clock, die symbolisch für die Bedrohung durch nukleare Kriege steht, wurde Ende Jänner 2026 auf 85 Sekunden vor Mitternacht gesetzt, was die anhaltende Besorgnis über die nukleare Sicherheit unterstreicht. Aktuell sind weltweit über 9.600 einsatzbereite Atomsprengköpfe vorhanden, wobei mehr als 80 Prozent im Besitz von Russland und den USA sind. Während Russland im Ukraine-Konflikt mehrfach auf sein Atompotenzial verwies, wird spekuliert, dass neue Technologien und Künstliche Intelligenz das strategische Gleichgewicht noch weiter beeinflussen könnten.

In Europa gibt es Überlegungen, die Sicherheitslage neu zu bewerten. Diskurse über die Möglichkeit, dass Deutschland eine eigene Atombombe entwickeln sollte, werden intensiver, jedoch sind bestehende Verträge in dieser Hinsicht restriktiv. Papst Leo XIV. hatte zuvor beide Mächte aufgefordert, den Vertrag nicht aufzugeben, was die Perspektiven für zukünftige Abrüstungsverträge weiter komplizieren könnte.

Die internationale Gemeinschaft verfolgt diese Entwicklungen mit großer Besorgnis, da die Gefahren eines möglichen Rüstungswettlaufs zwischen den Supermächten überhandnehmen könnten. Beobachter warnen, dass die geopolitische Unsicherheit und das Auslaufen von „New START“ ernsthafte Herausforderungen für die weltweite Sicherheit darstellen.

Für weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen rund um den New-Start-Vertrag können Sie die Berichte auf Krone, Tagesschau und ZDF nachlesen.