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25 Jahre Restitutionsforschung: Die Geschichte des Raubs und der Restitution in Wien

In einer neuen Ausstellung des Jüdischen Museums Wien und des Wien Museums, betitelt "Raub", wird die systematische Enteignung und Plünderung von jüdischem Eigentum während des NS-Regimes thematisiert. Diese Ausstellung macht auf die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung aufmerksam. Sie beleuchtet die Geschichte der sogenannten "Arisierungen" und den Versuch, das begangene Unrecht gutzumachen. Im Jahr 1998 wurde in Österreich das Kunstrückgabegesetz verabschiedet, das besagt, dass alle geraubten Objekte, die in die Sammlungen der Stadt Wien gelangten, restituiert werden müssen.

Vor 25 Jahren begann die Stadt Wien eine umfassende Restitutionsforschung, um illegale Objekte und ihre rechtmäßigen Eigentümer zu identifizieren. Diese Forschung hat nicht nur das Ziel, die Objekte ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben, sondern auch das Bewusstsein für begangene Verbrechen aufrechtzuerhalten und zum Gedenken beizutragen. Der Restitutionsprozess markiert das starke Bekenntnis der Stadt Wien zu ihrer historischen Verantwortung.

Ein Beispiel für die perfide Art und Weise, wie jüdisches Eigentum in der NS-Zeit angeeignet wurde, ist ein Zitat des damaligen Direktors des Wien Museums, Karl Wagner. Er beschrieb die "günstige Gelegenheit" zum Erwerb von Kunstgegenständen aus "arisierten" Sammlungen durch die jüdische Abwanderung.

Die Doppelausstellung im Wien Museum und dem Jüdischen Museum Wien erinnert an die Beraubung der jüdischen Bevölkerung Wiens während der NS-Zeit und die Einverleibung des Raubguts in öffentlichen Sammlungen. Sie dient als temporäres Mahnmal, um sicherzustellen, dass die Opfer niemals vergessen werden.

Die Stadt Wien hat in den letzten 25 Jahren intensiv nach Raubgut geforscht. Viele Objekte konnten an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden, aber es bleiben noch viele offene Fragen und die Forschung ist noch nicht abgeschlossen.

Die Publikation "In gutem Glauben erworben" gibt einen Rückblick auf die 25-jährige Restitutionsforschung der Stadt Wien. Sie zeigt nicht nur den Ablauf der Beraubung, sondern auch die historischen und sozialen Zusammenhänge. Es werden auch Geschichten einzelner Familien erzählt, wie die Geschichte von Schauspieler August Zirner, der erst durch die Restitutionsforschung erfahren hat, dass seine Familie Anspruch auf eine Reihe von Kunstgegenständen hat.

Die Restitutionsforschung der Stadt Wien hat einen wichtigen ideellen Wert, da sie nicht nur wertvolle Kunstwerke, sondern auch materiell bedeutungslose Alltagsgegenstände betrifft, die einen wichtigen ideellen Stellenwert für ihre ursprünglichen Besitzer hatten.

Weitere Informationen zur Restitutionsforschung der Stadt Wien sowie zu den veröffentlichten Publikationen sind auf der Website der Wienbibliothek zu finden.

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