Lila Lichter für Inklusion: NÖ feiert den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
Am 3. Dezember 2025 leuchtet der Klangturm in St. Pölten lila für den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung.

Lila Lichter für Inklusion: NÖ feiert den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
Am 3. Dezember 2025 wird der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung gefeiert. In St. Pölten erstrahlt der Klangturm in Lila, der internationalen Farbe für Inklusion und Gleichstellung. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hebt an diesem Tag die Wichtigkeit von Teilhabe, Respekt und dem Abbau von Barrieren hervor. Diese Feierlichkeiten sind nicht nur symbolisch, sondern stehen auch für eine realitätsnahe Perspektive auf Inklusion in der Gesellschaft.
„Inklusion ist nicht nur ein Thema, sondern wird aktiv gelebt“, so Mikl-Leitner. In Niederösterreich arbeiten fast 2.000 Menschen mit Behinderung im Landesdienst, was über den gesetzlichen Vorgaben liegt. Caritasdirektor Klaus Schwertner bezeichnet die gemeinsame Aktion von Land Niederösterreich und Caritas als ein starkes Zeichen der Inklusion.
Fortschritte und Herausforderungen der Inklusion
Österreich hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zur schrittweisen Verwirklichung von Inklusion verpflichtet, berichteten die Landesvertreter. Martin Kargl von der Caritas St. Pölten erwähnt zudem erleichterte Zugangsmöglichkeiten für persönliche Assistenz als positiven Fortschritt. Susanne Karner von der Caritas St. Pölten hebt die Unterstützung für psychisch kranke Menschen hervor, was im Einklang mit den Verpflichtungen der UN-BRK steht.
Der Ansatz der UN-BRK wird zwar als wegweisend angesehen, dennoch sind die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in Deutschland laut dem Deutschen Institut für Menschenrechte begrenzt. Nach der ersten Überprüfung durch den UN-Ausschuss 2015 wurden geringe Fortschritte, insbesondere beim Rückbau des Förderschulsystems, festgestellt. Kritisiert wird die mangelhafte Förderung von Selbstbestimmung und die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an Entscheidungen. Auch in der Arbeitswelt bleibt die vollständige Inklusion oft ein unerreichtes Ziel.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblick
Erst 2023 trat eine Reform des Betreuungsrechts in Kraft, die die Selbstbestimmung für betreute Menschen stärken soll. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten, dass die Langzeitarbeitslosigkeit unter Menschen mit Behinderung gestiegen ist, trotz einer allgemeinen Erholung nach der Coronapandemie. Die neue Gesetzgebung, wie das Bundesteilhabegesetz, soll Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr sicherstellen, jedoch bleibt die Realität oft hinter den Erwartungen zurück.
Um echte Barrierefreiheit zu erreichen, fordert Bernhard Kopp, ein Interessenvertreter mit Behinderung, eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. „Es geht um unsere Selbstbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft“, sagt er. Diese Forderung ist Teil eines größeren Diskurses über Inklusion als Menschenrecht, das in der UN-BRK nicht eigenständig, sondern als Teil verschiedener Normen behandelt wird, wie Artikel 3, 19, 24 und 27.
Zusammenfassend ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung nicht nur ein Anlass zur Feier, sondern auch ein Weckruf, die verbleibenden Herausforderungen zu adressieren und Inklusion in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Die Verantwortung für eine inklusive Gesellschaft liegt bei uns allen.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseiten von Niederösterreich, Aktion Mensch und Bundeszentrale für politische Bildung.