Friedliche Befreiung: 24 entführte Mädchen aus Nigeria sind frei!
24 entführte Mädchen in Nigeria wurden friedlich befreit. Präsident Tinubu verstärkt Sicherheit gegen weitere Entführungen.

Friedliche Befreiung: 24 entführte Mädchen aus Nigeria sind frei!
Am 26. November 2025 wurde bekannt gegeben, dass 24 entführte Mädchen in Nigeria erfolgreich befreit wurden. Die Befreiung fand friedlich statt, um das Leben der Schülerinnen zu schützen. Alle Mädchen sind wohlauf und wurden aus einer staatlichen Mädchenschule in Maga, im Bundesstaat Kebbi, befreit, wo sie am 17. November verschleppt worden waren.
Präsident Bola Tinubu hat angekündigt, mehr Soldaten in gefährdete Gebiete zu entsenden, um zukünftige Entführungen zu verhindern. Dies ist besonders wichtig, da in der vergangenen Woche mehrere Massenentführungen in Nigeria stattfanden. In Papiri, einem weiteren Ort im Bundesstaat Niger, wurden 303 Schülerinnen und Schüler sowie 12 Lehrkräfte aus einer katholischen Schule entführt. Auch in Eruku, Bundesstaat Kwara, wurden 38 Gläubige aus einer Kirche verschleppt, diese jedoch inzwischen befreit. Leider sind viele Kinder aus Papiri weiterhin in Gefangenschaft, während 50 Mädchen erfolgreich fliehen konnten.
Die aktuelle Situation der Schulen
In Reaktion auf die zunehmenden Entführungswellen haben 10 von 19 Bundesstaaten im Norden Nigerias Schulen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Es ist erschreckend, dass sich bisher niemand offiziell zu den jüngsten Entführungen bekannt hat. Massenentführungen, vor allem von Schulkindern, sind in Nigeria mittlerweile Alltag. Die meisten dieser Gräueltaten werden von dschihadistischen Gruppen wie Boko Haram oder kriminellen Banden verübt.
Diese wiederkehrenden Verbrechen sind Teil eines größeren Problems, das Nigeria seit Jahren plagt. Seit der massiven Entführung von mehr als 270 Schülerinnen aus Chibok im Jahr 2014, die weltweit für Empörung sorgte und zu globalen Protesten, unter anderem durch Michelle Obama, führte, ist die Lage in der Region nicht besser geworden. Rund 90 dieser Mädchen sind bis heute verschwunden, was die Ungewissheit und das Leid der betroffenen Familien verstärkt. Nkeki Muttah, ein Angehöriger von zwei entführten Mädchen, äußerte kürzlich die andauernde Ungewissheit über das Schicksal seiner Nichten.
Die tiefen Wurzeln des Problems
Die nigerianische Regierung hat in den letzten zehn Jahren nicht erfolgreich gegen Boko Haram oder die sogenannte Entführungsindustrie vorgehen können. Entführungen werden zunehmend zu einem Geschäftsmodell für islamistische Terroristen und kriminelle Banden, wobei die Angreifer sowohl politische Ziele verfolgen als auch ihre Operationen finanzieren. Sicherheitsexperte Kabir Adamu erklärt, dass die extremen Bedingungen in Nigeria, wie Armut und Ressourcenknappheit, es Dschihadisten erleichtern, Jugendliche zu rekrutieren. Zudem hat sich Boko Haram in mehrere Fraktionen gespalten, eine davon hat sich mit dem „Islamischen Staat“ verbündet.
Bei der Bekämpfung dieser Bedrohung hat die nigerianische Armee in den letzten Jahren einige Städte von Boko Haram befreit, kämpft jedoch weiterhin gegen die Kontrolle in ländlichen Gebieten. 2023 wurde in den zentralen Sahel-Staaten ein Rekord an Gewalt verzeichnet, mit zunehmenden Anschlägen in benachbarten Ländern wie Burkina Faso, Mali und Niger. Diese regionalen Verknüpfungen von Terroristen verstärken deren Einfluss und stellen eine noch größere Herausforderung für die nigerianischen Sicherheitskräfte dar.
Angesichts all dieser Ereignisse bleibt die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr der in Chibok entführten Mädchen schwindend gering. Die wiederholten Entführungen und die instabile Sicherheitslage in Nigeria werfen ein dunkles Licht auf die Zukunft geschützter Bildung in der Region. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Maßnahmen der Regierung und entschlossenere Interventionen zu einer Verbesserung der Situation führen.