Österreich setzt auf Diplomatie: Benkö wird Nahost-Sondergesandter!
Außenministerin Meinl-Reisinger ernennt Arad Benkö zum Sondergesandten für den Nahen Osten, um Stabilität zu fördern.

Österreich setzt auf Diplomatie: Benkö wird Nahost-Sondergesandter!
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat Arad Benkö zum neuen Sondergesandten für den Nahen Osten ernannt, der seine Tätigkeit am 1. Jänner 2026 aufnehmen wird. Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement Österreichs für diese regionalspezifische Herausforderung und den Wunsch, aktiv zur Stabilität in der „hochdynamischen Phase“ der Region beizutragen. Bereits zuvor war Benkö in der Funktion des Kabinettschefs von Meinl-Reisinger tätig und bringt über 25 Jahre Erfahrung im diplomatischen Dienst mit.
Benkös Karriere erstreckt sich über zahlreiche bedeutende Positionen, darunter Botschafter in der Ukraine, Georgien und Lettland. Unter anderem war er auch der Direktor des Österreichischen Kulturforums in Tel Aviv sowie politischer Berater bei der UNO-Mission im Kosovo, der UNMIK. Am Jahresende wird er seine Position als Kabinettschef aufgeben, um sich vollständig den neuen Aufgaben zu widmen.
Aufgaben und Ziele des Sondergesandten
Das Aufgabenspektrum von Arad Benkö umfasst die Zusammenarbeit mit Ländern wie Israel, den Palästinensischen Gebieten, Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien und die Beziehungen Israels zur arabischen Welt. Das österreichische Außenministerium hebt hervor, dass die Lage in Gaza, Syrien und Libanon äußerst fragil ist, was die Notwendigkeit für diplomatische Initiativen und Unterstützung verstärkt. Die zentrale Zielsetzung seiner Ernennung liegt in der Förderung von Friedens- und Vermittlungsprozessen, der Abstimmung zwischen humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Außenpolitik sowie der Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen.
Die Ernennung erfolgt ohne zusätzliche Kosten. Lediglich Reisekosten werden anfallen, was die rentable Investition in die Region unterstreicht. Österreich hat traditionell ein großes Interesse am Nahen Osten, insbesondere im Hinblick auf den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern. Der Fokus liegt dabei auf der Unterstützung einer verhandelten und dauerhaften Zwei-Staaten-Lösung, an der die EU aktiv beteiligt ist.
Österreichs Engagement im Nahen Osten
Im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU pflegt Österreich hochrangige politische Kontakte in der Region. Ab 1998 betrieb Österreich ein Vertretungsbüro in Ramallah und unterhält eine palästinensische Vertretung in Wien, die seit 2011 den Status eines Botschafters hat. Diese diplomatischen Bemühungen sind Teil eines umfassenderen Ansatzes, der auch die Entwicklungshilfe umfasst, wobei Österreich insbesondere mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und UNRWA in Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Umwelt kooperiert.
Der Friedensprozess in dieser Region hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die von Rückschlägen und geopolitischen Herausforderungen geprägt ist. Die Oslo-Abkommen der 90er Jahre und zahlreiche diplomatische Gespräche zwischen Israel und seinen Nachbarn zeigen den komplexen Verlauf der Friedensbemühungen. Auch nach den jüngsten Entwicklungen strebt die EU weiterhin nach einer Lösung, die die Sicherheitsinteressen aller Beteiligten hinreichend berücksichtigt.