Warnstreiks in der Sozialwirtschaft: Beschäftigte kämpfen für faire Löhne!

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Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber in Kollektivvertragsverhandlungen für 130.000 Beschäftigte im Sozialbereich mit Warnstreiks.

Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber in Kollektivvertragsverhandlungen für 130.000 Beschäftigte im Sozialbereich mit Warnstreiks.
Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber in Kollektivvertragsverhandlungen für 130.000 Beschäftigte im Sozialbereich mit Warnstreiks.

Warnstreiks in der Sozialwirtschaft: Beschäftigte kämpfen für faire Löhne!

Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 130.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich in Österreich haben an Brisanz gewonnen. Wie OTS berichtet, fand die dritte Verhandlungsrunde statt, die nach 16 Stunden ohne zufriedenstellendes Ergebnis endete. Die Arbeitgeber legten ein Angebot vor, das für 2026 eine durchschnittliche Erhöhung von 1,71 % auf Kollektivvertrags-Gehälter und 1,3 % auf IST-Gehälter vorsieht. Für das Jahr 2027 sind 1,65 % Erhöhung geplant, was die Gewerkschaften GPA und vida als unzureichend ansehen.

Die Gewerkschaften haben bereits Vorbereitungen für Warnstreiks getroffen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Diese Warnstreiks sind zwischen dem 2. und 4. Dezember 2025 angesetzt, was die Dringlichkeit der Verhandlungen unterstreicht. Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA, betonte, dass die Beschäftigten bereit seien, für einen fairen Abschluss zu kämpfen. Michaela Guglberger von vida wies auf die demografischen Herausforderungen in der Branche hin und forderte spürbare Gehaltserhöhungen sowie Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen.

Detaillierte Arbeitgeberangebote und Arbeitnehmerforderungen

Das detaillierte Angebot der Arbeitgeber für 2026 sieht vor:

Kategorie Gehaltserhöhung
KV-Bruttoverdienst unter 2.400 Euro 2,8 %
KV-Bruttoverdienst unter 3.000 Euro 1,8 %
KV-Bruttoverdienst unter 3.500 Euro 1,75 %
Höherer KV-Bruttoverdienst 1,3 %
IST-Gehälter 1,3 %
Zulagen und Zuschläge 1,65 %
Lehrlingseinkommen 2,8 %

Die Gewerkschaften fordern jedoch eine umfassende Erhöhung von 4 % sowie eine Anpassung an die Inflation, die die Arbeitgeber bislang abgelehnt haben. Diese Weigerung wird von den Gewerkschaften als ein Zeichen mangelnder Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten angesehen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Dezember 2025 geplant.

Sozialwirtschaft und demografische Herausforderungen

In der Sozialwirtschaft in Österreich sind 70 % der Beschäftigten Frauen, und 70 % arbeiten in Teilzeit. Die Branche umfasst über 100 verschiedene Berufe, die für die Versorgung der Bevölkerung in Pflege, Gesundheit und sozialen Diensten unerlässlich sind. Die Gewerkschaften haben in der Vergangenheit bereits durch Aktionen wie „4 gewinnt“ und Kundgebungen in Städten wie Salzburg und Wien auf sich aufmerksam gemacht, um ihre Forderungen zu unterstützen.

Die teils körperliche und emotionale Schwerstarbeit der Beschäftigten macht eine faire und nachhaltige Erhöhung der Löhne und Gehälter notwendig, um die Attraktivität der Branche zu erhöhen. Wie GPA weiter berichtet, bleibt abzuwarten, ob die Arbeitgeber angesichts der anstehenden Warnstreiks und der gesellschaftlichen Herausforderungen bereit sind, ein akzeptables Angebot vorzulegen.