
In New Delhi wurden rund 100 abgeschobene indische Migranten während ihres 40-stündigen Flugs nach Hause in Handschellen gehalten, sogar während sie auf die Toilette mussten. Dies ist der jüngste Vorfall, der international Empörung über die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump auslöst.
Proteste gegen die Behandlung indischer Migranten
Indische Abgeordnete demonstrierten am Donnerstag vor dem Parlament. Einige trugen Handschellen, während andere die vielgepriesene Freundschaft zwischen Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi verspotteten.
In einer anderen Ecke von Neu-Delhi verbrannten Mitglieder der Jugendorganisation der wichtigsten Oppositionspartei eine Puppe von Trump. Die empörten Reaktionen erfolgen kurz vor einem erwarteten Treffen zwischen Modi und Trump im Weißen Haus, wo Modi Trump als „wahren Freund“ bezeichnet hatte.
Dringende Appelle an die Regierung
S. Kuldeep Singh Dhaliwal, ein Minister der indischen Regierung im westlichen Bundesstaat Punjab, wo der Abschiebungsflug landete, forderte Modi auf, „seine Freundschaft zu nutzen, um das Problem zu lösen“. Dhaliwal stellte zudem die Frage nach dem Nutzen dieser Freundschaft, wenn sie indischen Staatsbürgern in Not nicht helfen könne.
Die Rückführung nach Indien war die längste Entfernung, seit die Trump-Administration Militärflugzeuge zur Abschiebung von Migranten einsetzt, so ein US-Beamter.
Erfahrungen der abgeschobenen Migranten
„Unsere Hände waren gefesselt und die Knöchel mit Ketten fixiert, bevor wir an Bord gingen“, berichtete der 23-jährige Akashdeep Singh, der am Mittwoch mit 103 anderen Abschiebungen in Punjab ankam. „Wir baten die Militärbeamten, uns die Handschellen abzunehmen, um zu essen oder auf die Toilette zu gehen, aber sie behandelten uns schrecklich und ohne jegliche Rücksicht.“
„Die Art, wie sie uns ansahen, werde ich nie vergessen... Wir gingen mit Handschellen auf die Toilette. Kurz vor der Landung wurden die Handschellen für die Frauen abgenommen. Bei uns wurden sie erst nach der Landung von den lokalen Polizeibeamten abgenommen“.
Öffentliche Aufmerksamkeit für die Vorfälle
Der US-Border Patrol-Chef Michael W. Banks veröffentlichte ein Video, in dem die indischen Abschiebungen an Bord eines Flugzeugs gezeigt werden. In dem Video sind bei mehreren Männern Handschellen an Handgelenken und Knöcheln zu sehen, während sie langsam die Rampe hinaufgehen.
Die CNN-Redaktion hat bereits das Pentagon und den US-Zoll- und Grenzschutz um einen Kommentar gebeten, ob die Abschiebungen während des gesamten Flugs in Handschellen gehalten wurden.
Ursachen für die Migration
Der 35-jährige Deportierte Sukhpal Singh berichtete, dass die Handschellen während des gesamten Flugs, inklusive einer Zwischenlandung zur Betankung auf der Pazifikinsel Guam, angelegt blieben. „Sie behandelten uns wie Kriminelle“, sagte er. „Wenn wir versuchten aufzustehen, weil unsere Beine wegen der Handfesseln anschwollen, schrien sie uns an, wir sollten uns setzen.“
Besonders junge Inder auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten stellen einen erheblichen Teil der undokumentierten Migranten in den USA dar. Viele haben die gefährliche Reise durch Lateinamerika auf sich genommen, um an die US-amerikanische Südgrenze zu gelangen. Sie sehen oft keine Zukunft in der Heimat, wo eine Jobkrise die Hoffnungen der Jugend in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt erstickt.
Steigende Zahlen illegaler Einreisen
In nur vier Jahren hat sich die Anzahl der indischen Staatsbürger, die illegal in die USA eingereist sind, dramatisch erhöhen — von 8.027 im Haushaltsjahr 2018-19 auf 96.917 im Jahr 2022-23, so offizielle Regierungsdaten.
Familien haben CNN berichtet, wie sie Land verkauft haben, um die hohen Gebühren zu bezahlen, die „Reiseagenten“ für die riskante Reise in die USA verlangen. „Ich bin gegangen, um zu arbeiten, für ein besseres Leben, für eine bessere Zukunft“, sagte Sukhpal Singh, der sowohl einen Sohn als auch eine Tochter hat und hoffte, ihnen durch einen Job in den USA ein besseres Leben bieten zu können.
„Man sieht es in Filmen, und die Leute um einen herum erzählen, dass es dort Arbeit gibt, dass die Menschen dort erfolgreich sind, deshalb wollte ich auch gehen.“
Details zur Meldung