ArbeitMedizinWissenschaft

Körperwelten: Ein Blick unter die Haut oder der Tod als Show?

Gunther von Hagens, der schillernde Erfinder der umstrittenen "Körperwelten"-Ausstellungen, feiert am 10. Januar 2025 seinen 80. Geburtstag. Seine ikonischen Ausstellungen mit plastinierten Leichnamen faszinieren seit 1996 Millionen von Besuchern weltweit und lassen sie tief "unter die Haut" blicken. Die Ausstellungen, die mehr als 50 Millionen Menschen anlockten, zeigen Körperteile und Organe in actionreichen Szenen, die das Interesse am menschlichen Körper wecken. „Die Menschen besuchen die Ausstellung vor allem aufgrund ihres Interesses am eigenen Körper, denn nichts ist uns näher“, äußerte von Hagens einmal in einem Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau", wie auf vienna.at berichtet wird.

Doch seine Kunst erntet auch viel Kritik. Viele werfen ihm vor, einen Voyeurismus und ein kommerzielles Interesse am Tod zu fördern. So stieß eine berühmte Leichenschau in London auf heftigen Widerstand. Trotz der Kontroversen bleibt von Hagens standhaft und sieht seine Arbeit als eine Möglichkeit, die Anatomie und die Wissenschaft der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Eine gewisse Portion Voyeurismus ist jeder Betrachtung anatomischer Präparate eigen“, rechtfertigt er sein Schaffen, bekräftigt auf munzinger.de.

Von Hagens, geboren als Gunther Gerhard Liebchen, ist in einer Zeit und in einer Familie aufgewachsen, die ihn stark prägten. Nach seiner Flucht mit der Mutter vor den russischen Truppen im Zweiten Weltkrieg und einem Leben in der DDR, wo er 1969 politischen Haft verbrachte, fand er seinen Weg in die Medizin. Seine bahnbrechende Erfindung der Plastination um 1977 revolutionierte die Anatomie und führte ihn von den Universitäten zu einer globalen Sensation. Heute laufen die Geschäfte seines Sohnes Rurik von Hagens erfolgreich, während er selbst Achtung vor seiner Kunst und der Wissenschaft walten lässt, auch wenn er seit 2008 mit Parkinson zu kämpfen hat.

Kurze Werbeeinblendung

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Vienna, Österreich
Beste Referenz
vienna.at
Weitere Quellen
munzinger.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"