Im Podcast „Wenden bitte!“ erklärt Jonathan Schreiber vom Öko-Institut, welche Faktoren die Unterstützung oder Ablehnung von Klimaschutzmaßnahmen beeinflussen. Laut Ökonomews ist die gesellschaftliche Zustimmung entscheidend für die politische Umsetzung und langfristige Akzeptanz von Klimaschutz. Die Wahrnehmung von Klimaschutzmaßnahmen variiert stark abhängig vom persönlichen Umfeld, einschließlich Faktoren wie Einkommen, Wohnort und Familiensituation.
Schreiber hebt hervor, dass „Pull-Maßnahmen“, wie finanzielle Förderung und umfangreiche Informationen, in der Gesellschaft besser akzeptiert werden als „Push-Maßnahmen“, die restriktiver Natur sind und oftmals Verbote oder Bepreisungen umfassen. Obwohl letzte effektive klimapolitische Instrumente darstellen, ist der Glaube an die Gerechtigkeit und Wirksamkeit dieser Maßnahmen entscheidend für die Bereitschaft der Bürger, klimafreundlich zu handeln.
Motivationsfaktoren für Klimaschutz
Im Dialog mit Schreiber zeigt sich, dass Motivation eine zentrale Rolle spielt: Menschen handeln eher klimafreundlich, wenn sie den Sinn ihres Tuns erkennen. Das Öko-Institut führt auch ein Spendenprojekt durch, um Einstellungen und Sorgen zum Klimaschutz zu erfassen, wobei Fokusgruppen zu Elektromobilität und energetischer Gebäudesanierung durchgeführt wurden. Dabei wurden hohe Kaufpreise und bürokratische Förderinstrumente als zentrale Bedenken identifiziert.
Zur funktionsfähigen Umsetzung nachhaltiger Mobilität ist es wichtig, unterschiedliche Aspekte der Nutzung zu berücksichtigen. Laut einer Untersuchung über Pendelpraktiken in der Rhein-Main-Region sind kombinierte, integrierte Maßnahmenbündel besonders wirksam, wie die Planung Neu Denken erklärt. Unterschiedliche Interventionen sollten Push- (einschränkende), Pull- (fördernde) und ermöglichende Maßnahmen kombinieren, um nachhaltiges Verhalten in der Mobilität zu fördern.
Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen
Eine Umfrage zeigt, dass etwa ein Drittel der Befragten Klimaschutzmaßnahmen als übertrieben empfindet. Diese Erkenntnis steht im Kontext steigender Energiepreise, die insbesondere durch den Ukrainekonflikt bedingt sind. Die Zustimmung zu erneuerbaren Energien, wie Solar- und Windkraft, korreliert positiv mit den gestiegenen Kosten, während andere Maßnahmen, wie der Kohleausstieg, weniger Unterstützung finden. Der Bürgerrat Klima hat im Jahr 2021 Empfehlungen zu mehreren Themen erarbeitet, darunter Mobilität und Energie.
Die Mehrheit der Teilnehmenden befürwortet Maßnahmen, die Entscheidungsfreiheit im Mobilitätsbereich stärken. Im Gegensatz dazu bestehen Bedenken gegenüber restriktiven Maßnahmen wie Tempolimits oder Verteuerungen des Individualverkehrs. Es zeigt sich zudem, dass das Vertrauen in Wissenschaft und Medieneinfluss bedeutende Faktoren für die Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen sind, während demografische Merkmale oft eine untergeordnete Rolle spielen. Die Akzeptanz ist folglich eng verbunden mit den gefühlten individuellen Vorteilen der vorgeschlagenen Maßnahmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schaffung von Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen durch ein tiefes Verständnis der sozialen Gerechtigkeit und der individuellen Motivationen vorangetrieben werden muss. Sowohl im Bereich der Elektromobilität als auch im Hinblick auf energetische Maßnahmen sind Ansatzpunkte für eine stärkere Beteiligung und Unterstützung der Bevölkerung erforderlich.