Am 3. Februar 2026 begann in Oslo der Prozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Der junge Mann ist mit 38 Anklagepunkten konfrontiert, darunter vier Fälle von Vergewaltigung. Die Vorwürfe besagen, dass Høiby während einer Feier im Schloss Skaugum sexuelle Handlungen an einer schlafenden Frau vollzogen haben soll. Diese Tat wird von der Staatsanwaltschaft als besonders schwerwiegend erachtet, da es auch um die Übertragung von Videos und Fotos geht, die diese Vorfälle dokumentieren sollen. In den Aussagen der betroffenen Frau wird berichtet, dass sie keine Erinnerungen an die Vorfälle hat und einen Blackout erlebte. Høiby selbst hat die schwersten Vorwürfe bestritten, einige andere jedoch teilweise eingeräumt.
Die Anklage umfasst zudem Körperverletzung, Misshandlung einer ehemaligen Lebensgefährtin sowie das Filmen des Intimbereichs mehrerer Frauen ohne deren Wissen oder Zustimmung. Neben den schwerwiegenden Sexualdelikten sind in den Anklagepunkten auch Drogendelikte und Sachbeschädigung aus einer früheren Beziehung aufgeführt. Vor Prozessbeginn wurde Høiby festgenommen, weil er mit einem Messer gedroht und ein Kontaktverbot verletzt hatte, was zur Anordnung einer vierwöchigen Untersuchungshaft führte (exxpress.at, tagesschau.de, tagesspiegel.de).
Familienbelastung und öffentliche Wahrnehmung
Die schwerwiegenden Vorwürfe und der laufende Prozess belasten die Familie von Kronprinz Haakon stark. Mette-Marit, die aufgrund dieser Situation eine geplante private Auslandsreise verschieben musste, wird den Prozess nicht im Gerichtssaal verfolgen. Auch Kronprinz Haakon hat erklärt, dass er nicht anwesend sein wird. Der Fall hat in Norwegen eine kritische öffentliche Wahrnehmung hervorgerufen, die nicht nur die Monarchie betrifft, sondern auch Mette-Marit in eine schwierige Lage gebracht hat. Ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein, mit dem sie über Jahre hinweg privaten E-Mail-Kontakt pflegte, wird ebenfalls kontrovers diskutiert. In neu veröffentlichten Dokumenten des US-Justizministeriums wird ihr Name in Verbindung mit Epstein erwähnt, was zusätzliche Kontroversen ausgelöst hat. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat Mette-Marit bereits recht gegeben, dass sie bedauert, den Hintergrund von Epstein nicht besser geprüft zu haben.
Umfragen zeigen, dass 70% der Norweger für die Beibehaltung der Monarchie sind, allerdings ist dies ein Rückgang von 11 Prozentpunkten seit 2017. Die Monarchie steht somit unter Druck, während Herangehensweise und Entscheidungen in der Öffentlichkeit genau beobachtet und oft kritisch hinterfragt werden. Der Prozess gegen Høiby, der aufgrund der Schwere der Anklagen und der gesellschaftlichen Relevanz bis Mitte März 2026 angesetzt ist, dürfte noch für große mediale Aufmerksamkeit sorgen.