Am 14. Jänner 2026 haben die regierenden Parteien ÖVP, SPÖ und NEOS die Ergebnisse ihrer Regierungsklausur präsentiert, die bedeutende Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise aufzeigen. Im Mittelpunkt steht die Einführung des neuen „Österreich-Tarifs“, welcher ab März 2026 zur Verfügung stehen wird. Dieser Tarif soll den Netto-Strompreis für Haushalte drastisch verbessern und schätzungsweise dazu führen, dass ein durchschnittlicher Haushalt bis zu 200 Euro pro Jahr sparen kann. Der Versorger Verbund wird einen Netto-Strompreis von nur 9,5 Cent pro Kilowattstunde anbieten.

Zusätzlich zur Strompreissenkung gehört die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel zu den von der Regierung beschlossenen Maßnahmen, die dazu dienen sollen, die finanzielle Belastung der Haushalte während der Energiekrise zu senken. Der ÖVP-Klubobmann August Wöginger hat die Einführung des Österreich-Tarifs als begrüßenswert hervorgehoben und als Schritt in die richtige Richtung beschrieben.

Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiepreise

Im Kontext steigender Energiepreise, die in den letzten Jahren eine wesentliche Rolle bei der Inflation gespielt haben, hat die Bundesregierung eine Reihe von sieben Maßnahmen ergriffen. Laut Kontrast verpflichtet das neue „Günstiger Strom-Gesetz“ die Energieversorger, leistbare Energie in ihren Statuten zu verankern. Zukünftig müssen Energieanbieter Preissenkungen innerhalb von sechs Monaten an ihre Kunden weitergeben.

Weiterhin wurde ein Sozialtarif eingeführt, der ärmeren Haushalten einen Netto-Strompreis von lediglich 6 Cent für bis zu 2.900 kWh pro Jahr sichert. Dies könnte etwa 600.000 Menschen zugutekommen, die damit jährlich rund 300 Euro an Energiekosten sparen. Alleinstehende Pensionisten mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.426 Euro sowie Paare mit weniger als 2.251 Euro in der Pension haben Anspruch auf diesen Tarif.

Reaktionen und Kritik

Die Einführung des Österreich-Tarifs wird als wichtiger Schritt zur Entlastung der Bevölkerung von hohen Stromkosten angesehen. Der ÖAAB sieht hierin eine Maßnahme zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Kritische Stimmen kommen jedoch von der FPÖ, die die Ankündigungen als „energiepolitische Ankündigungspolitik“ abtun und die Maßnahmen als unzureichend bewerten.

Darüber hinaus senkt die Bundesregierung die Abgaben auf Strom ab dem 1. Jänner 2026 von 1,5 Cent pro kWh auf lediglich 0,1 Cent pro kWh, was für durchschnittliche Haushalte eine Ersparnis von insgesamt 50 Euro im Jahr bedeutet. Auch der Ökostrombeitrag wird um über 14 % gesenkt, was zusätzliche Entlastungen verspricht.

Bundeskanzler Christian Stocker betont die Bedeutung des Billig-Strom-Gesetzes für die Gewährleistung leistbarer Energie und kündigte an, dass die Regierung weiter an der Stabilisierung der Energiepreise arbeiten wird. Vizekanzler Andreas Babler und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger unterstützten diesen Kurs und hoben die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung hervor.

Insgesamt ist der Österreich-Tarif Teil eines umfangreicheren Maßnahmenpakets, das darauf abzielt, die Stromkosten in den kommenden Jahren nachhaltig zu senken und Haushalte sowie die Wirtschaft zu entlasten. Der gesamte Energiebereich steht vor großen Herausforderungen, und die Regierung strebt an, Lösungen zu finden, die sowohl kurzfristig als auch langfristig wirken.