In der Hauptstadt Kiew stehen die Menschen vor enormen Herausforderungen, da mehr als 5.600 Hochhäuser aufgrund russischer Luftangriffe auf die Energieinfrastruktur ohne Heizung sind. Erst am Dienstag wurde ein Heizkraftwerk in der Stadt beschädigt, was die ohnehin prekäre Lage weiter verschärfte. Laut Kleine Zeitung wird die Reparatur des Heizkraftwerks mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen. Derzeitig herrschen in Kiew durchweg Minusgrade, die die Situation für die betroffenen Bürger unerträglich machen.
Um der Kälte zu trotzen, wurde in den betroffenen Wohnblocks Wasser abgelassen, um ein Einfrieren der Leitungen zu verhindern. Bürgermeister Vitali Klitschko betont die Dringlichkeit der Stromversorgung, da die Stadt beinahe seit Anfang Jänner ohne Strom, Heizung und Wasser auskommen muss. Diese Eskalation der russischen Angriffe wird als Terror der Zivilbevölkerung durch Kälte und Dunkelheit wahrgenommen.
Schulen und Notunterkünfte
Um die Auswirkungen der Heizungsknappheit abzumildern, werden neun Schulen mit mobilen Heizkesseln ausgestattet. Darüber hinaus richtet die Stadt 64 weitere Aufwärmpunkte ein, um den Bedürftigen helfend zur Seite zu stehen. Die Situation zwingt viele Menschen in Kiew, zu improvisieren und nach Notlösungen zu suchen, während die Temperaturen weiter fallen.
Die Angriffe der letzten Wochen haben nicht nur die Heizkraftwerke getroffen, sondern auch andere wesentliche Infrastrukturkomponenten. Laut einem Bericht von Tagesschau wurde die Wasserversorgung am linken Ufer des Dnipro in Kiew sogar komplett lahmgelegt, was die Lebensqualität der Bürger erheblich beeinträchtigt. Zudem sind auch Blessuren zu beklagen – so wurde eine 59-jährige Frau bei einem Angriff verletzt.
Finanzielle Auswirkungen und Energiesituation
Die fortwährenden Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zahlen sich für Russland teuer aus. Laut n-tv führt der systematische Beschuss zu umfangreichen Schäden im Energiesektor, was die wirtschaftliche Aktivität der Ukraine stark behindert. Betriebe und Industrien müssen ihre Produktion drosseln oder sogar einstellen, was sich direkt auf die Wachstumsprognosen für 2026 auswirkt. Während das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche mit einem gesenkten Wachstum von 2,5 Prozent rechnet, könnte die ukrainische Wirtschaft dennoch doppelt so stark wachsen wie die russische, die nur 1,2 Prozent zulegt.
In der Region untergraben massive Stromausfälle die Versorgungssicherheit und erschweren den Wiederaufbau. Die ukrainische Führung ist besorgt, dass ohne glaubwürdige Sicherheitsgarantien die wirtschaftliche Erholung leiden wird. Gleichzeitig könnten fehlende Garantien ausländische Investoren abschrecken und die bereits fragile Lage weiter destabilisieren.