Am 7. Jänner 2026 verkündete die interimistische Präsidentin von Venezuela, María Corina Machado, dass sie jegliche Kontrolle der Vereinigten Staaten über ihr Land entschieden zurückweist. Sie kritisierte die militärischen Interventionen der USA und betonte die Standhaftigkeit des venezolanischen Volkes, das sich gegen ausländische Einmischung zur Wehr setze. Rodríguez, ein hochrangiger venezolanischer Vertrauter Machados, bezeichnete kürzlich die bei einem US-Einsatz in Venezuela getöteten kubanischen und venezolanischen Sicherheitskräfte als „Märtyrer“ und verteidigte die Mobilisierung des Volkes zur Verteidigung des Landes. Diese Aussage folgte dem dramatischen Vorfall, bei dem am Samstag, dem 6. Jänner, Präsident Nicolás Maduro und seine Frau in Caracas gefasst wurden und in die USA gebracht werden sollten. Maduro wird vorgeworfen, enge Verbindungen zu als „terroristisch“ eingestuften Guerillagruppen und Drogenkartellen zu haben, die im Kokainschmuggel aktiv sind, um ihre Interessen in den USA zu verfolgen, wie Kleine Zeitung berichtet.
Die US-Politik gegenüber Venezuela ist von anhaltenden Spannungen geprägt. Demonstranten versammelten sich am 3. Jänner 2026 vor dem Weißen Haus in Washington, D.C., um gegen den US-Einsatz in Venezuela zu protestieren. Die USA und andere westliche Staaten erkennen Nicolás Maduro nicht als legitimen Präsidenten an, nachdem seine Wiederwahlen 2018 und 2024 als „unrechtmäßig“ eingestuft worden sind. Diese Entwicklungen und die staatlichen Sanktionen gegen hochrangige venezolanische Vertreter seit 2013 aufgrund von Menschenrechtsverletzungen verdeutlichen die schwerwiegenden politischen Spannungen zwischen Venezuela und den USA. Zwischen 2019 und 2023 anerkannten die USA und rund 60 andere Staaten Juan Guaidó als „Übergangspräsidenten“ von Venezuela, was die Spannungen weiter intensivierte, wie ZDF feststellt.
Wirtschaftliche Aspekte und Sanktionen
Die venezolanische Wirtschaft leidet stark unter den US-Sanktionen, die 2019 eingeführt wurden, um die Regierung von Maduro zu destabilisieren. Vor diesen Maßnahmen machte das Öl etwa 96 % des venezolanischen Sozialprodukts aus, wobei die meisten Einnahmen aus dem Export an amerikanische Kunden stammen. Seitdem ist die Ölproduktion von 3,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2008 auf weniger als eine Million Barrel gefallen. Venezuela hat begonnen, sein Öl überwiegend auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, vor allem an China, als Reaktion auf die Sanktionen, die die US-Regierung verhängt hat, um die Wirtschaft des Landes zu schwächen, wie n-tv berichtet.
Die Reaktion der USA auf die Situation in Venezuela umfasst auch militärischen Druck. Im Jahr 2020 wurde Maduro wegen „Drogen-Terrorismus“ in den USA angeklagt, und die Belohnung für seine Ergreifung stieg von 15 Millionen auf 50 Millionen Dollar. Zudem wurden Kriegsschiffe, inklusive des Flugzeugträgers „USS Gerald R. Ford“, in die Karibik entsendet, um gegen drogenhandelnde Boote vorzugehen. Washington wirft Maduro vor, den Drogenhandel für ein angebliches „Kartell der Sonnen“ zu leiten, wogegen Maduro alle Drogenvorwürfe vehement zurückweist und stattdessen behauptet, die USA wollten Venezuelas Öl kontrollieren.
Migrationskrise und humanitäre Aspekte
Die politische und wirtschaftliche Krise in Venezuela zwingt seit 2014 rund acht Millionen Venezolaner zur Flucht aus ihrem Heimatland. Die meisten Migranten haben in Nachbarländern Zuflucht gesucht, viele andere haben die USA als Ziel gewählt. Die US-Regierung unter Donald Trump entzog venezolanischen Migranten ihren besonderen Schutzstatus, was zur Abschiebung Tausender führte. Diese humanitäre Krise wurde von Maduro und seiner Regierung vehement kritisiert, während sie in der Vergangenheit die USA beschuldigten, die Situation eskalieren zu lassen, indem sie Migranten, darunter vulnerable Gruppen, ins Land drängten.
Die aktuelle Lage in Venezuela bleibt somit angespannt und die Entwicklungen der letzten Tage zeigen, dass sowohl innere als auch äußere Faktoren zu einem anhaltenden Konflikt zwischen Venezuela und den USA beitragen. Der Konflikt wird sowohl durch militärische als auch durch wirtschaftliche Maßnahmen weiter angeheizt, während die humanitären Folgen für die Bevölkerung verheerend sind.