US-Präsident Donald Trump hat mit strikten Zöllen auf Waren aus Dänemark und sieben weiteren europäischen Ländern gedroht. Diese Ankündigung, die Einfuhrzölle von 10 % bis 25 % ab dem 1. Februar 2026 vorsieht, hat bei den europäische Staats- und Regierungschefs Besorgnis ausgelöst. In Reaktion auf die drohenden Maßnahmen bereitet die EU einen handelspolitischen Gegenschlag vor. Laut vol.at drängt Frankreich auf eine schnelle Beschlussfassung dieser Gegenmaßnahmen. EU-Ratspräsident António Costa hat zudem einen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs für den 21. Jänner 2026 geplant.
Um auf die wirtschaftlichen Drohungen Trumps zu reagieren, möchte Frankreich das Anti-Coercion Instrument (ACI) aktivieren, das umgangssprachlich als „Handels-Bazooka“ bekannt ist. Es ermöglicht der EU, Vergeltungszölle auf US-Waren zu erheben und US-Unternehmen von öffentlichen Aufträgen auszuschließen. Der Druck auf die europäischen Führer wächst, diese Maßnahmen umzusetzen, insbesondere nachdem Dänemark klar gemacht hat, dass es keinen Verhandlungsspielraum bezüglich des Verkaufs von Grönland gibt.
Erneute Spannungen im Handelskonflikt
Diese jüngsten Entwicklungen in den US-EU-Handelsbeziehungen sind Teil eines größeren Handelskonflikts, der über die letzten Jahre kontinuierlich eskaliert ist. Der Handelskonflikt hat nicht nur Risiken für die Wirtschaft, sondern auch für die politischen Beziehungen auf beiden Seiten des Atlantiks zur Folge. Douana weist darauf hin, dass die EU Gegenmaßnahmen im Wert von 93 Milliarden Euro an US-Importen plant, nachdem die US-Regierung bereits Zölle auf zahlreiche Produkte angekündigt hat.
In diesem Rahmen haben außerdem sowohl Deutschland als auch Italien signalisiert, dass sie eine Prüfung von Strafzöllen und Sanktionen gegen die USA unterstützen. Italien bietet sich als Vermittler in der derzeitigen Situation an, wobei Außenminister Antonio Tajani betont, dass der Dialog notwendig sei, um die Spannungen zu reduzieren.
Die Auswirkungen der Zölle
Die drohenden Zölle könnten nicht nur die wirtschaftliche Stabilität auf beiden Seiten gefährden, sondern auch die Versorgungsengpässe und den Inflationsdruck erhöhen. Verbrauchern drohen steigende Preise für Alltags- und Luxusartikel, während Unternehmen verstärkt überlegen, ihre Lieferketten zu diversifizieren. Sowohl die chemische Industrie als auch der Maschinenbau sind hiervon besonders betroffen, da diese Branchen eng miteinander verflochten sind.
Der Handelskonflikt zeigt die Schwächen der bestehenden globalen Handelsarchitektur. Die WTO hat Schwierigkeiten, Reformen durchzuführen, die bilaterale Konfliktlösungen erforden. Daher hofft die EU, dass ein Dialog mit den USA möglich ist, bevor die Zölle endgültig in Kraft treten. Euronews hebt hervor, dass das ACI entwickelt wurde, um auf wirtschaftliche Nötigung durch Drittstaaten zu reagieren, insbesondere durch die USA und China.
Die aktuelle Situation erfordert dringend politische Lösungen, da eine Eskalation des Handelsstreits nicht nur die betroffenen Länder schädigen könnte, sondern auch weitreichende Konsequenzen für die globale Wirtschaft hätte. Das Ausmaß der bevorstehenden Zölle und die möglichen EU-Gegenmaßnahmen stehen im Mittelpunkt der Diskussionen, während der Druck auf die europäische Führung wächst, entschlossen zu handeln.