Die Diskussion um die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel um fünf Prozent nimmt an Fahrt auf. Gerald Grosz, ein kritischer Kommentar in der politischen Arena, bewertet diese Maßnahme als >Alibi-Politik< und sieht sie nicht als echte Entlastung für die Bürger an. Laut oe24 könnten Haushalte dadurch lediglich mit einer finanziellen Entlastung von 60 bis 100 Euro pro Jahr rechnen, während große Probleme von der Regierung ignoriert werden.

Grosz kritisiert die Banken, Energiekonzerne und teure Gebühren, die den Bürgerinnen und Bürgern hohe monatliche Kosten aufbürden. In diesem Kontext betont er, dass die derzeitige Inflation politisch verursacht sei und nicht als Naturgesetz zu betrachten ist. Er verweist auf Sanktionen, Problematiken im Strommarkt und steigende Lohnnebenkosten, die die Wirtschaft erheblich belasten.

Wirtschaftliche Herausforderungen und deren Ursachen

Die Verbraucherzentrale NRW hat festgestellt, dass das allgemeine Preisniveau für Lebensmittel seit 2021 um rund 30 Prozent gestiegen ist. Dies betrifft alle Lebensmittelgruppen, einschließlich der Grundnahrungsmittel. Zu den maßgeblichen Faktoren für diese Preissteigerungen gehören die höheren Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel, ein Arbeitskräftemangel sowie ein Mindestlohn, der die Personalkosten weiter erhöht. Auch der Klimawandel, welcher häufigere Missernten verursacht, trägt zur Verteuerung bei, wie verbraucherzentrale.de berichtet.

Ein konkretes Beispiel ist die Butter: Nach einem starken Preisanstieg zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 schwankte der Preis, fiel aber im Sommer 2023 unter das Niveau vor dem Krieg. Kurz vor Weihnachten 2024 erreichte der Butterpreis den Höchststand. Diese Schwankungen können sowohl auf Herstellungskosten als auch auf Angebot und Nachfrage zurückgeführt werden. Verbraucher sind zunehmend auf Preisvergleiche angewiesen und suchen nach günstigeren Alternativen, da viele vor finanziellen Herausforderungen stehen.

Aktuelle Preistrends und Prognosen

Während die Inflation insgesamt gesunken ist und die Preissteigerungsrate im November 2025 bei 2,3 Prozent lag, zeigt sich ein differenziertes Bild bei den Lebensmittelpreisen. Einige Produkte wie Butter, Weintrauben und Olivenöl sind erheblich günstiger geworden, während andere, wie Sauerkirschen und Steinobst aus der Dose, teurer geworden sind. So sind die Preissenkungen um 20 Prozent bei Butter und über 48 Prozent bei einigen Obstsorten zu verzeichnen, wie tagesschau.de berichtet.

Trotz der sinkenden Inflation ist nicht zu erwarten, dass die Preise grundsätzlich fallen, da sie weiterhin steigen, jedoch langsamer. Hohe Kosten für Rohstoffe, wetterbedingte Ernteausfälle sowie gestiegene Produktions- und Energiekosten bleiben eine Herausforderung. Insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen sind stark von den hohen Preisen betroffen und fordern gezielte Entlastungen.

Grosz warnt in diesem Kontext vor einer Politik, die keine Lösung für die aktuellen Probleme zu bieten hat, und beschreibt die Maßnahmen als Placebos statt als echte Ansätze. Er sieht die Notwendigkeit grundlegender struktureller Reformen als unabdingbar an, um die wirtschaftliche Lage nachhaltig zu verbessern. Derweil wird mit einem >Pleitekurs< gerechnet, der sich ohne dringende Intervention fortsetzen könnte.