
Die Handelskonflikte zwischen den USA und China eskalieren weiter, was zu neuen Zöllen und Exportkontrollen führen wird. Ab dem 10. April 2025 plant China, Zölle in Höhe von 34 Prozent auf US-Waren zu erheben. Diese Maßnahme erfolgt als Antwort auf die bereits bestehenden US-Zölle, die seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump auf insgesamt 54 Prozent angewachsen sind, nachdem zuvor 20 Prozent auf Waren aus China erhoben wurden. Bereits eingeführte Zölle von 10 und 15 Prozent auf US-Landwirtschafts- und Energieprodukte haben den bilateralen Handel stark belastet. Trump bezeichnete Chinas Reaktion als "Panik" und kritisierte die neuen Maßnahmen scharf. Gleichzeitig fordert er Verhandlungen mit Vietnam und Zinssenkungen von Fed-Chef Jerome Powell, die jedoch als zu früh erachtet werden.
Die Eskalation mündet auch in einen weiteren Schritt Chinas, da das Land Exportkontrollen für sieben Seltene Erden einführt. In einem weiteren Konfliktschritt hat China elf US-Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, was den Handelsverkehr stark einschränkt. Diese Schritte folgen auf Chinas Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die US-Importzölle, die als "Schikanen" bezeichnet werden.
Reaktionen auf die Handelskonflikte
Die aktuellen Entwicklungen haben bereits massive Reaktionen auf den globalen Finanzmärkten ausgelöst, wobei der DAX und der ATX signifikante Kursverluste erlitten haben. Insbesondere verzeichnete der ATX einen Rückgang von fast 10 Prozent in der Wochensicht. Powell warnt weiterhin vor steigender Inflation und langsamerem Wachstum in den USA, was die Sorgen um die wirtschaftlichen Aussichten verstärkt.
Die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben ihren Ursprung in Auseinandersetzungen, die bereits im März 2018 begannen. US-Politik hat das Ziel, die chinesische staatskapitalistische Wirtschafts- und Industriepolitik zu modifizieren und das Handelsbilanzdefizit, das 2017 bei 375 Milliarden US-Dollar lag, zu reduzieren. Die USA haben seitdem Importe aus China im Wert von rund 370 Milliarden US-Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt.
Die Komplexität der Handelsbeziehungen
Einige der Maßnahmen resultierten aus dem "Phase One Trade Agreement", das am 15. Januar 2020 unterzeichnet wurde. In diesem Abkommen verpflichtete sich China, US-Produkte im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in zwei Jahren zu kaufen. Ziel war es, den Handelsausgleich zu verbessern, doch die Realität zeigt eine andere Richtung. Kritiker bezeichnen das Abkommen als Managed Trade, das gegen WTO-Prinzipien verstoßen könnte. Zudem sind substantielle Gespräche über ein Phase-Two-Abkommen bisher nicht erfolgt.
Die US-Zollpolitik hat sich als nachteilig für die US-Wirtschaft erwiesen, insbesondere für das Verarbeitende Gewerbe. Die negativen Effekte zeigen sich auch in der US-Landwirtschaft, die trotz Kaufverpflichtungen im Phase-One-Abkommen Exportverluste nicht ausgleichen konnte. Aus einer umfassenden Perspektive führt die Handelskonfrontation zu gemischten Effekten für Drittländer, wobei die Möglichkeiten, die Rolle Chinas oder der USA zu übernehmen, begrenzt sind.
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