Qualcomm hat unerwartet starke Quartalsergebnisse veröffentlicht. Laut vienna.at stieg der Umsatz im abgelaufenen Quartal um 5 % auf 12,25 Milliarden Dollar, was einen Rekord darstellt. Besonders die Nachfrage nach Smartphone-Chips bleibt robust, da Verbraucher zunehmend Mittelklasse-Geräte gegen leistungsstärkere Premium-Modelle eintauschen, um neue Funktionen der künstlichen Intelligenz (KI) zu nutzen. Dennoch bleibt der Ausblick für 2026 hinter den Markterwartungen zurück, insbesondere aufgrund von Lieferengpässen bei Speicherchips.

Die Prognosen sehen für das kommende Quartal einen Umsatz zwischen 10,2 und 11 Milliarden Dollar vor, während die Gewinnprognose zwischen 2,45 und 2,65 Dollar je Aktie liegt. Qualcomm-Chef Cristiano Amon äußerte sich optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Aussichten, trotz einer Umsatzprognose von 11,8 bis 12,6 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 3,30 bis 3,50 Dollar je Aktie für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026, wie n-tv anmerkt.

Lieferengpässe und Preissteigerungen

Ein Grund für den zurückhaltenden Ausblick sind die beobachteten Lieferengpässe bei Speicherchips, die auch durch einen Bauboom bei Rechenzentren getrieben werden. Einige Anbieter konzentrieren sich auf die Produktion von Hochleistungsspeichern für KI, was die Fertigungskapazitäten für herkömmliche Chips verringert. Experten fürchten, dass der steigende Preis für Speicherchips auch die Nachfrage nach PCs dämpfen könnte.

Im laufenden Jahr wird mit einem Preisanstieg bei Mobiltelefonen gerechnet, der möglicherweise zu Absatzrückgängen führen könnte. Qualcomm stellt nicht nur Smartphone-Halbleiter her, sondern bietet auch Prozessoren für PCs und Rechenzentren an. Ein Hoffnungsträger ist der Chip Snapdragon X Elite, der speziell für Microsofts Windows ausgelegt ist und darauf abzielt, Marktanteile von Intel und AMD zu gewinnen.

Halbleitermarkt im Aufwind

Die aktuellen Entwicklungen im Halbleitermarkt sind eng mit globalen Investitionen verbunden. 2022 flossen über 190 Milliarden Euro in die Halbleitertechnik, und führende Unternehmen kündigten weitere 300 Milliarden US-Dollar an. Der Halbleitermarkt zeigt nach wie vor eine anhaltende Nachfrage, insbesondere durch den Aufschwung in der Künstlichen Intelligenz, die den Bedarf an intelligenten Chips enorm erhöht. Durch die Elektrifizierung der Automobilindustrie und Fortschritte im autonomen Fahren wächst ebenfalls die Nachfrage nach Logikchips.

Insgesamt sind 79 neue Fertigungsanlagen (FABs) weltweit geplant, um den steigenden Bedarf zu decken. Kürzlich kritisierte der ZVEI, dass staatliche Fördergelder für die Halbleiterproduktion zu selektiv fließen und nicht das gesamte Ökosystem unterstützen. Dennoch wird der Halbleitermarkt weiterhin als kritische Infrastruktur anerkannt, sodass sowohl Unternehmen als auch Regierungen massive Investitionen in die regionale Produktion tätigen wollen, um die Lieferketten zu stabilisieren.

Zusammenfassend zeigt die Gesamtlage bei Qualcomm und im Halbleitermarkt, dass trotz Herausforderungen wie Lieferengpässen und steigenden Preisen für Speicherchips ein anhaltendes Wachstumspotenzial vorhanden ist. Die Schritte, die Unternehmen in Bezug auf Innovationen und Expansion unternehmen, werden entscheidend für die Zukunft der Branche sein, wie auch auf Elektronikpraxis berichtet wird.